Alfred Schadt05. Oktober 2003 Wiedersehensfreude im Schloss

Ehemaligenfest am Evangelischen Internatsgymnasium - Wirtschaftsleiterin veraschiedet

von Alfred Schadt, Südkurier 4.10.2003

Gaienhofen (as) Ganz im Zeichen der Ehemaligen stand das vergangene Wochenende am Evangelischen Internatsgymnasium in Gaienhofen. Der Freundes- und Förderkreis hatte zu seinem traditionellen Ehemaligenfest geladen und über 250 Alt-Gaienhofener waren gekommen um ihre Mitschüler und ehemaligen Lehrer zu sehen und sich über ihre Schule zu informieren.

Die Wiedersehensfreude war spürbar am Freitagabend im altehrwürdigen Schloss. Bei Prosecco und italienischen Spezialitäten schwelgte man in Erinnerungen oder tauschte Neuigkeiten aus, "Weißt du noch? "und "Hast du schon gehört! " war der Grundtenor der ungezwungenen Plaudereien. Michael Blank und Patrick Cettier, Vorstandsmitglieder des Altschülervereins, begrüßten die Gäste und informierten über das umfangreiche Programm des Wochenendes. Dieter Toder, kommissarischer Schulleiter, bedankte sich in seiner Ansprache für die vielfältigen Aktivitäten des mittlerweile über 800 Mitglieder zählenden Vereins.

Bei der Begegnung mit dem Lehrerkollegium am Samstagmittag konnte manch ein Lehrer mit Genugtuung hören, dass seine pädagogischen Bemühungen doch noch späte Früchte getragen haben. Tobias Engelsing, ehemaliger Vorsitzender des Altschülervereins und langjähriges Mitglied des Verwaltungsrats, verabschiedete in diesem Rahmen die Wirtschaftsleiterin Antonia Braun, die in Kürze in den Ruhestand geht. Jahrzehntelang hat Antonia Braun die Küche des Internats geleitet und sich dabei nicht nur um das leibliche Wohl der Schüler gekümmert. "Sie war häufig die bessere Lehrerin", so Engelsing, "sie hat getröstet, wenn notwendig, Ratschläge erteilt, und hatte immer Verständnis für die kleinen und großen Probleme." Den Höhepunkt bildete der Ball am Samstagabend. Bei großem Büffet und Livemusik feierten die Ehemaligen ihr Wiedersehen mit Mitschülern und Lehrern, gleichgültig ob fünf-, zwanzig- oder dreißigjähriges Abitur.

Mit einem von Dekan Fritz, Vorsitzender des Schulausschusses, gestalteten Festgottesdienst mit anschließendem traditionellem Weißwurstessen klang das Fest am Sonntag aus.

Doch dass der Freundes- und Förderkreis kein Nostalgieverein ist, zeigen die zahlreichen Förderprojekte und Aktivitäten.

Neben dem Otto-Dix-Stipendium, das Schüler finanziell unterstützt und somit das Internat ermöglicht, werden eine Reihe von Schüleraktivitäten gefördert, so ein fächerübergreifendes Projekt über die Alpen und ein von Schülern entwickeltes Computerprogramm zur Schul- und Notenverwaltung. Ebenso bietet der Ehemaligenverein in regelmäßigem Abstand ein Forum an, in dem Altschüler ihren Beruf vorstellen und interessierten Jugendlichen Tipps aus eigener Erfahrung geben. Ein weltweites Netz von Ehemaligen steht mit Rat und Tat Gaienhofener Jungabsolventen zur Seite und hilft ihnen bei der Suche nach Praktika oder Unterkunft in der Fremde.