Lothar Lang02. Februar 2003 Zukunftsforum am 15.3.2003

Alle zwei Jahre treffen sich am Ev. Internatsgymnasium in Gaienhofen die Schüler der Kl. 11 bis 13 zum Zukunftsforum des Freundes- und Förderkreises der Schule. In Referaten, Seminaren und Workshops informieren ehemalige Schüler über ihre Berufe, deren Studium und geben ihre persönlichen Erfahrungen weiter.

Aufgrund einer Umfrage waren im Vorfeld die Interessen der Oberstufenschüler ermittelt worden. So kamen insgesamt 18 verschiedene Workshops zustande, zu denen 25 Referenten anreisten. Ob Student oder Professor, Berufsanfänger oder ?alter Hase?, jeder brachte seine Erfahrungen ein. Auch das Spektrum der Berufe ließ kaum Wünsche offen: Betriebswirtschaft, Marketing und Bankwesen war ebenso vertreten wie Ingenieurswesen Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt, Film, Eventmanagement und Touristik.

In seinem sehr lebendigen und provozierenden Impulsreferat ging Prof. Dr. Rosche von der FH Konstanz der grundsätzlichen Frage Karriere-Machen und Mensch-Bleiben nach. Er unterschied drei Karrierearten, die berufliche, die privat-familiäre und die menschliche Karriere (Vertrauen, Wertschätzung, Zufriedenheit).

Mensch sein sei ein ständiges Setzen, Wählen und Leben von Polaritäten und bedeutet: Lebenskunst lernen. Der Einsatz von Humankapital und Leistung kann nur integriert in Lebenskunst langfristig Erfüllung bringen.

Wie bei den meisten schulischen Veranstaltungen waren die Erwartungen der Schüler sehr unterschiedlich: einige erwarteten einen ?Unterrichtstag in anderer Form?, während andere die endgültige Entscheidungshilfe bei ihrer Berufswahl erhofften. Doch nach diesem ungewöhnlichen Schultag waren alle voll des Lobes. Besonders wurde das lockere Gesprächsklima hervorgehoben, bei dem direkt auf die Fragen eingegangen wurde, ?Das Gespräch wurde von den Teilnehmer gelenkt, nicht von den Referenten. Die Studiengänge waren mir bekannt, neu waren die Erfahrungsberichte aus dem Berufsleben? so ein Schüler nach dem Workshop. Besonders hervorgehoben wurde die ?perfekte Organisation? durch die Ehemaligen Michael Blank (London) und Patrik Cettier (München), unterstützt durch die Planung und Logistik der Internatsschule. Es war eine organisatorische Meisterleistung, die ca. 180 Teilnehmer in je zwei verschiedene ?von ihnen gewünschte? Arbeitsgruppen an einem Vormittag unterzubringen.

Wer nach Eingangsreferat und zwei Arbeitsgruppen am Vormittag noch nicht genug hatte, konnte am Nachmittag das Seminar ?Studium und Job im Ausland? oder ?Bewerbungen? besuchen oder sich in einem persönlichen Einzelgespräch weitere Informationen holen. Aus ihren Auslandsprojekten in Südafrika und in China berichteten Studenten von Prof. Rosche an der FH Konstanz. Diese höchst aktuellen, mit Bildern ergänzten Erfahrungsberichte faszinierten die zahlreichen Teilnehmer und regten zu interkulturellem und internationalem Einsatz an.

Nach soviel Zuspruch und dankbarem Feedback dürfte dem nächsten Zukunftsforum 2005 nichts im Wege stehen.

Lothar Lang