Diverse Redakteure12. September 2010 Pressespiegel zur Internatsschließung

Altschüler fordern Chance für Internatsschule Gaienhofen

24. August 2010 wak

Anfang September fällt Entscheidung über Schließung aus wirtschaftlichen Gründen

Konstanz/Gaienhofen (wak) Es gibt viele Gründe, auf der Höri zur Schule zu gehen. Vielleicht ist es auch die Lage direkt am Bodensee, wo sich einst der Dichter Hermann Hesse und der Maler Otto Dix inspirieren ließen. Für die Evangelische Landeskirche scheint es dagegen einen entscheidenden Grund, das Internat zu schließen. Auch eine Evangelische Internatsschule, ein staatlich anerkanntes Gymnasium in freier Trägerschaft der Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden, muss sich rechnen. Altschüler rebellieren gegen die Schließungspläne. In wenigen Wochen im September fällt die Entscheidung.

Altschüler Appell ?Pro Gaienhofen?

Ehemalige appellieren nun an Landeskirche. Die traditionsreiche Internatsschule Schloss Gaienhofen am Bodensee soll weiter bestehen bleiben: Diese Auffassung vertreten rund 250 unterzeichnende Altschüler in einem Appell ?Pro Gaienhofen?, den sie an die Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden richten, die Träger des Internats ist.

Schluss mit Internat aus Kostengründen

Die Kirche, die ihre Zuschüsse an ihre Schulen reduzieren wird, verfolgt das Ziel, das Gaienhofener Internat zum Schuljahr 2012/13 zu schließen und die Einrichtung künftig als reine Regionalschule mit Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium und neuem Realschulzweig weiter zu führen. Gegen die Schließungsabsicht des Internats wendet sich der rund 1000 Mitglieder zählende Altschülerverein. Er begrüßt die Erweiterungspläne, kämpft aber für den Erhalt des ?Alleinstellungsmerkmals? der Gaienhofener Schule, das Internat.

Altschüler fordern Fortbestand auf Probe

Der Altschülerverein unterhält ein weltweit gespanntes Netzwerk aus ehemaligen Schülern und Förderern und unterstützt das Internat seit Jahrzehnten mit Stipendiengeldern, Berufsberatung und anderer Hilfe. Nach direkten Verhandlungen mit dem Oberkirchenrat durch den Unternehmer Michael Veeser und den Konstanzer Museumsdirektor Tobias Engelsing richteten die Ehemaligen nun gemeinsam mit Eltern, Mitarbeiterin und Zulieferbetrieben des Internats einen Appell an die Trägerstiftung in Karlsruhe, der Internatsschule eine befristete Chance zur Zukunftssicherung zu geben: Die Schule würde sich verpflichten, die wegen der wirtschaftlichen Gesamtlage gesunkene Internatsbelegung bis zum Herbst 2011 um etwa 30 Prozent zu steigern. Auch sollen ehrgeizige pädagogische Inhalte eines jüngst erarbeiteten ?Masterplans Gaienhofen 2020? zügig umgesetzt werden. Der Ehemaligenverein sagt im Gegenzug wesentlich höhere Stipendiengelder und eine Reihe von Leistungen für die Internatsschule zu. Die Entscheidung über das Internat wird Anfang September im Stiftungsrat in Karlsruhe fallen.

Prominente Ehemalige geben ihre Namen

Den Appell, für den auch weiterhin Unterstützungszusagen gesammelt werden, zeichneten bislang namhafte Absolventen des 1904 gegründeten und seit 1946 von der Evangelischen Kirche geführten Internats: So etwa der Herausgeber des Berliner ?Tagesspiegel? und frühere Südkurier-Chefredakteur Gerd Appenzeller, der Sohn des Dramatikers Rolf Hochhuth, Professor Martin Hochhuth, der Berliner Filmemacher Douglas Wolfsperger und zahlreiche Ehemalige aus aller Welt, die ihrer Schule am Bodensee als Förderer noch immer verbunden sind.

Altschüler sind bestürzt

In einem Brief der Altschüler an den Vorstand und Stiftungsrat der Evangelischen Landeskirche Baden heißt es: ?Mit großer Bestürzung haben wir als Altschüler der Evangelischen Internatsschule Schloss Gaienhofen von der beabsichtigten Schließung des Internats erfahren. Wir waren deshalb sehr dankbar, dass unsere Ehrenvorstände Michael Veeser und Dr. Tobias Engelsing ? nach den ersten und teils heftigen Wellen der Trauer und Verärgerung aus dem Kreis zahlreicher engagierter Altschüler ? Gelegenheit hatten, in einem langen und vertrauensvollen Gespräch mit Ihnen, sehr geehrter Herr Schneider-Harpprecht, konstruktive Perspektiven erörtern zu können.?

Kirche setzt Wirtschaftlichkeit auf eins

Weiter heißt es: ?Sie haben in diesem Gespräch deutlich gemacht, dass in der Landeskirche ein tiefreichender Richtungswechsel hin zu unbedingter Wirtschaftlichkeit der Teilgliederungen und zugehörender Institutionen stattgefunden habe. Diesen Maßstab legen Sie auch an die Internatsschule Schloss Gaienhofen an, deren Belegungszahlen in den vergangenen Jahren auch für uns als unterstützende Ehemalige nicht mehr befriedigend waren. Wir übersehen als kritisch-solidarische Begleiter unserer alten Internatsschule auch nicht, dass angesichts des unbestreitbar härter umkämpften Internatsmarktes in Gaienhofen nötige pädagogische Reformen, neue Konzepte und Vertriebsanstrengungen bislang nicht im erforderlichen Umfang angepackt wurden.? Gleichzeitig üben die Altschüler Kritik am Schulträger: ?Zugleich sind uns als Förderern und Mäzenen der Internatsschule aber auch die augenscheinliche Vernachlässigung der Internatsschule in Fragen des Bauunterhalts und die fehlende Unterstützung des Trägers in Fragen des Vertriebs und der Werbung aufgefallen.?

Werben für den Masterplan Gaienhofen 2020

Die Altschüler hoffen aber offenbar auf eine Wende: ?Doch nun haben angesichts der ultimativen Forderung nach mehr Wirtschaftlichkeit die Schulleitung, die Verwaltung und die Gremien der Schule endlich die Zeichen der Zeit erkannt und auf der Basis Ihres Auftrags einen ,Masterplan Gaienhofen 2020? erarbeitet. Dieser Masterplan, der uns überzeugend präsentiert wurde, belegt für uns eindrucksvoll: Gaienhofen kann es als Internatsschule schaffen, wenn sich Stiftung, Verantwortliche und Mitarbeiterschaft vor Ort auf den Geist der evangelisch geprägten Bildungsarbeit besinnen und ihn wieder leben. Einen Geist, der dieses Internat über Jahrzehnte prägte und auszeichnete.?

Politiker gegen Internatsschließung

Auch die drei Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis Konstanz, Andreas Jung (CDU), Birgit Homburger (FDP) und Peter Friedrich (SPD) haben bereits in einem Brief die Evangelische Landeskirche in Baden aufgefordert, den Beschluss, das Internat zu schließen, wieder rückgängig zu machen.

Kontakt: Freundes- und Förderkreis e.V. der Ev. Internatsschule Schloss Gaienhofen, Sprecher der Pro-Gaienhofen-Initiative: Dr. Tobias Engelsing, Konstanz, privat: 07531 / 202 85, Büro: 07531 / 900-246 und Michael Veeser, Konstanz 07531 / 9745-0.

http://www.see-online.info/16341/altschuler-fordern-chance-fur-internatsschule-gaienhofen/

Bodo Kirchhoff für Erhalt von Internat Gaienhofen

Samstag, 04. September 2010, 14:36 Uhr

Gaienhofen (dpa/lsw) - Der Schriftsteller Bodo Kirchhoff setzt sich für den Erhalt des evangelischen Internats in Gaienhofen am Bodensee ein. Der 61-Jährige unterstütze den Appell von mehr als 400 ehemaligen Schülern, Eltern, Förderern, Mitarbeitern und Zulieferbetrieben des Internats, teilte der Sprecher der Initiative «Pro Gaienhofen», Tobias Engelsing, mit. Kirchhoff hatte das Internat am Bodensee von 1959 bis 1968 besucht. In seinem 2007 erschienenen Roman «Eros und Asche» schildert er seine Jahre am Bodensee. Die Evangelische Landeskirche in Baden will das Internat aus wirtschaftlichen Gründen zum Ende des Schuljahres 2012/13 schließen.

http://www.bild.de/BILD/regional/stuttgart/dpa/2010/09/04/bodo-kirchhoff-fuer-erhalt-von-internat-gaienhofen.html

Internat Gaienhofen erhält Zuspruch

Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 06.09.2010

Der Schriftsteller Bodo Kirchhoff setzt sich für den Erhalt des evangelischen Internats in Gaienhofen am Bodensee ein. Der 61-Jährige unterstütze den Appell von mehr als 400 ehemaligen Schülern, Eltern, Förderern, Mitarbeitern und Zulieferbetrieben des Internats, teilte der Sprecher der Initiative Pro Gaienhofen, Tobias Engelsing, mit. Kirchhoff hatte das Internat von 1959 bis 1968 besucht. In seinem 2007 erschienenen Roman "Eros und Asche" schildert er seine Jahre am Bodensee.

Die Evangelische Landeskirche in Baden will das Internat aus wirtschaftlichen Gründen zum Ende des Schuljahres 2012/13 schließen und zum regionalen Ganztageszentrum mit Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium und einem neuen Realschulzweig ausbauen. Am 9. September wird der Stiftungsrat der Schulstiftung der Landeskirche erneut über die Zukunft des traditionsreichen Internats abstimmen. Bei einer ersten Abstimmung im Juli war die notwendige Zweidrittelmehrheit verfehlt worden. Der Vorstandsvorsitzende der Schulstiftung, Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht, ist jedoch zuversichtlich, dass der Schließungsbeschluss in der kommenden Sitzung bestätigt wird. Die Badische Landeskirche hat darauf verwiesen, dass der Trend bei Internaten in kirchlicher Trägerschaft bundesweit deutlich rückläufig sei. lsw

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2617455_0_2147_-schule-internat-gaienhofen-erhaelt-zuspruch.html

Highnoon auf der Höri: Kirche beschließt über Internat Gaienhofen

8. September 2010 wak

Kurz vor Ende der Ferien fällt Stiftungsrat Entscheidung über Aus für die Internatsschule

Gaienhofen. Beim Kampf um die Internatsschule auf der Höri ist die letzte Runde eingeläutet. Am Donnerstagabend, 9. September, entscheidet der Stiftungsrat endgültig über die Schließung des Internats in Gaienhofen. Die mehr als 600 Gegner der Schließung, unter ihnen viele Altschüler, zweifeln an der Rechtmäßigkeit der Abstimmung. Bei der ersten hatten die Befürworter der Schließung nicht die erforderliche Zahl der Stimmen erhalten. Die Zweidrittelmehrheit wurde bei der ersten Abstimmung verfehlt. Auf der Höri geht es auch darum, welches Gesicht die Kirche ihren Mitgliedern und der Gesellschaft zeigt: Möchte sie in Zukunft nur noch Profitcenter sein?

Zwei sich widersprechende Rechtsgutachten

?Wir haben ein Rechtsgutachten vorgelegt?, sagte der Konstanzer Museumsdirektor Tobias Engelsing, der für sich und die Ehemaligen spricht. ?Die Vorgehensweise ist rechtswidrig?, so Engelsing. Zumindest kam das Gutachten zu diesem Ergebnis, das die Ehemaligen erstellen ließen. Der Oberkirchenrat wolle dem Gutachten in Karlsruhe ein eigenes entgegen stellen, heißt es. Das besage, dass es rechtmäßig sei, die Abstimmung zu wiederholen.

Kirche als Profitcenter

Doch Gutachten hin oder her: Nicht akzeptieren möchten die Gegner der Schließung, dass in der Landeskirche offenbar ein tiefgreifender Richtungswechsel hin zu unbedingter Wirtschaftlichkeit der Teilgliederungen und zugehörender Institutionen stattgefunden habe. Diesen Maßstab, so werfen es die Ehemaligen der Kirche ? namentlich Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht ? vor, lege die Kirche auch an die Internatsschule Schloss Gaienhofen an. Doch die Kirche sei nun einmal kein Profitcenter, sagen die Ehemaligen. Wenigstens wollen sie es nicht wahr haben. Die Kirchenoberen ihrerseits beklagten sich gegenüber den Altschülern mittlerweile über die Kampagne für den Erhalt des Internats. Sie fürchten offenbar einen Imageschaden.

Masterplan der Ehemaligen

Ein Masterplan geht davon aus, dass sich das Internat mit 90 Schülern rechnen könnte. Früher waren es 200. Heute sind es noch 60. Bis 2016 könnte die Bildungsstätte ohne kirchliche Zuschüsse auskommen. Zufrieden geben würden sich die Unterstützer des Internats aber bereits mit einer zweijährigen Testphase, in der sie beweisen möchten, dass die Trendumkehr zu schaffen sei. Sollte die Kirche nicht auf die Vorschläge der Ehemaligen eingehen und sich für die Schließung entscheiden, wäre noch eine rechtliche Auseinandersetzung möglich. Einige Ehemalige haben bereits angekündigt im Falle einer Schließung aus der Kirche auszutreten.

http://www.see-online.info/20355/highnoon-auf-der-hoeri-kirche-entscheidet-ueber-internat-gaienhofen/

Höri Woche

Freundes- und Förderkreis der ev. Internatsschule Schloss Gaienhofen

Liebe Bewohner der Höri,

die Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche hat auf satzungsrechtswidrige Weise mit nur einer Stimme Mehrheit (statt der satzungsgemäßen Zweidrittelmehrheit) versucht, die Internatsschule zum Schuljahr 2012/13 zu schließen. Der Antrag ist gescheitert, doch eine Wiederholung ist beabsichtigt.

Im vergangen Jahr wurde ein ehrgeiziges und zugegebenermaßen risikobehaftetes, aber überzeugendes neues Konzept der Schulleitung und des Schulausschusses (früher Verwaltungsrat) für eine wirtschaftliche und pädagogische Zukunft der Internatsschule mit Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium und einem neuen Realschulzweig entwickelt.

Dieses stichhaltige Konzept, das wir eingehend geprüft haben, wollen wir unterstützen. Wir appellieren derzeit an den Stiftungsrat, den Landesbischof und an die Synode, an Gaienhofen und der diakonischen Aufgabe der Internatserzeihung festzuhalten und der Internatsschule eine Chance auf die Zukunft zu geben. Diesen Appell haben wir mit handfesten Angeboten zur Unterstützung durch unsere Altschülervereinigung untermauert.

Bitte tragen Sie das Anliegen 'Pro Internatsschule Gaienhofen' durch Ihre Unterstützung mit, damit die Verantwortlichen in Kirchenleitung und Synode sehen, dass Gaienhofen nicht alleine steht, sondern von den Anwohnern der Höri und einem weltweiten Netzwerk mit getragen wird!

Schreiben Sie uns eine Email an info@freundeskreis-gaienhofen.de mit Ihrem

Vorname, Name, ggf. Titel, Beruf/derzeitige Tätigkeit, Wohnort

oder rufen Sie uns unter 07732-4580 oder 07735-938502 an, dann fügen wir Ihren Namen einer Unterstützerliste zum Appell bei, den wir vor der kommenden Sitzung noch einmal an die Verantwortlichen senden werden. Bitte leiten Sie diesen Aufruf an interessierte Internatsbefürworter weiter. Wir möchten möglichst viele Anwohner der Höri und Freunde Gaienhofens erreichen.

Wir brauchen ein deutliches Zeichen, bitte machen Sie mit!

Mit herzlichen Grüßen an Sie alle,

die Ehrenvorstände und die aktuellen Vorstände des Freundes- und Förderkreises der ev. Internatsschule Schloss Gaienhofen:

Dr. Tobias Engelsing Michael Veeser Michael Blank Dr. Patrick Cettier Marc Wallaschek Sebastian Barth