Vorstand, Südkurier26. Mai 2004 Beachvolleyballfeld als Jubiläumsgeschenk

Beim Festakt zur Feier der 100-jährigen Internatstradition in Gaienhofen am 19. Mai 2004 haben wir im Namen des Freundes- und Förderkreises der Internatsschule symbolisch ein Beachvolleyballfeld als Jubiläumsgeschenk überreicht.

Erste Ansätze für die Planung eines entsprechenden Platzes gibt es schon und wir hoffen, dass das Projekt möglichst noch diesen Sommer realisiert werden kann.

Wir sind uns sicher, dass auch diese großzügige Spende des Freundes- und Förderkreises vielen Schülergenerationen in Gaienhofen dauerhaften Nutzen und Spaß bringen wird und die Schul- und Internatsgemeinschaft durch die neue Einrichtung weiter bereichert wird.

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Aus dem Südkurier vom 21. Mai 2004:

Schule mit Herkunft und Zukunft

Internatsschule Gaienhofen feiert ihr 100-jähriges Bestehen

'Soll Kirche Schule machen?' stellte sich Oberkirchenrat Michael Trensky selbst die rein rhetorische Frage, um gleich drauf zu antworten, dass dem selbstverständlich so sei. Denn ohne die Heilige Schrift könne man verantwortliches Handeln nicht vermitteln.

VON HANS GASSER

Gaienhofen - Als Vorsitzender der evangelischen Schulstiftung, zu der das Internatsgymnasium seit August vergangenen Jahres gehört, nutzte er die Festlichkeit, um zu verkünden, dass der kommissarische Schulleiter Dieter Toder nunmehr zum regulären Schulleiter gewählt worden sei. Dieter Toder hatte vor mehr als einem Jahr die Schulleitung übernommen, nachdem sein Vorgänger unerwartet gestorben war.

'Kinder können nerven', warf der evangelische Landesbischof Ulrich Fischer dann zu Beginn seiner Predigt ins Rund der Melanchthonkirche. Doch gerade weil sie die Erwachsenen unaufhörlich mit Fragen behelligten, sei die Verantwortung, ehrliche Antworten darauf zu geben, besonders groß. Religiöse Bildung beginne mit den Fragen der Kinder, sagte der Bischof, allerdings sei der christliche Dialog weitgehend aus den Familien verschwunden. Aus diesem Grund müssten christlich ausgerichtete Schulen diese Rolle übernehmen. 'Wer die Erfahrung des Glaubens gemacht hat, ist geradezu verpflichtet, gegenüber anderen Rechenschaft abzulegen.' Die Neugier von Kindern und Jugendlichen müsse durch überzeugende, weil ehrliche Antworten gestillt werden.

Gospel und Lobpreis des Schülerchors umrahmten den Gottesdienst, während die Jazz-AG der Schule zwischen den Ansprachen und Vorträgen im Albrecht Dürer-Saal unter anderem Miles Davis zum Besten gab.

Evangelischer Schulbund, die Vereinigung der Landerziehungsheime und des Kultusministeriums überbrachten mittels Grußworten Glückwünsche zum Jubiläum des 1904 gegründeten 'Landerziehungsheims für Mädchen', das nach dem Zweiten Weltkrieg von der evangelischen Kirche übernommen wurde.

Einen 'Holzweg' nannte Professor Ulrich Herrmann in seinem Festvortrag die Einführung von so genannten Bildungsstandards. Nicht Messen von Leistung auf einer Skala von eins bis fünf solle im Mittelpunkt schulischer Ausbildung stehen. Jeder Schüler müsse das für ihn 'Mögliche und Optimale' erreichen. Wirklich wichtig seien individuelle Förderung, das Erlernen von kritischer Reflexion, ökumenischer Gemeinsamkeit und sozialer Kompetenz. Die Persönlichkeitsentwicklung müsse wieder in den Vordergrund treten, so ähnlich wie es die Gründung des Landerziehungsheims vor 100 Jahren vorsah. 'Gaienhofen weist für eine solche Schule der Zukunft alle Vorraussetzungen auf.'

Die Schule habe die Aufgabe, auf die Anforderungen danach vorzubereiten, sagte demgegenüber Günter Reinhart, Leiter des Gymnasialreferats im baden-württembergischen Kultusministerium. 'Ich wehre mich gegen eine Schule der Beliebigkeit.' Auch wenn das in diesem Kreis nicht gern gehört würde, so Günter Reinhart, so brauche man sehr wohl Eliten. Die Schule müsse auch zum Mut zur Verantwortung erziehen.

Der seit jeher umtriebige Verein der ehemaligen Internatsschüler überreichte dem Schulleiter Dieter Toder eine Plastikschaufel und einen Volley-Ball - Symbol für einen Beach-Volleyball-Platz, das Jubliläumsgeschenk des Vereins an die auch in sportlichen Belangen recht aktive Schule.

Zum Abschluss des Festakts führte die 'Minikantorei' des Gymnasiums den barmherzigen Samariter als Musical auf und strich damit nochmals das für die Gaienhofener Schule so wichtige Ziel des Erlernens von sozialer Verantwortung heraus.