Paul Georg31. Dezember 2015 Weihnachtsbericht Karl-Heinz Danzer Stipendium aus Porto Alegre, Brasilien

Hallo alle zusammen!

Ein bisschen länger als vier Monate bin ich

nun schon hier in Brasilien für meinen Freiwilligendienst und die Zeit ist so

unglaublich schnell vergangen. Ich fühle mich immer noch super wohl und vor

allem bei meiner Gastfamilie schon wie zu Hause. Auf der einen Seite lassen sie

mir alle Freiheiten, meine Zeit hier so zu gestalten wie ich möchte, auf der

anderen Seite werde ich zu allen Ausflügen eingeladen um mir möglichst viel von

ihrem Land und ihrer Kultur zu zeigen. Grundsätzlich findet viel kultureller

Austausch statt, was mir persönlich und auch meiner gesamten Gastfamilie sehr

gut gefällt. Oft verbringen wir mehrere Stunden am Esstisch, in welchen ich

dann meine Eindrücke Brasiliens mit ihren Eindrücken oder Meinungen vergleichen

kann oder ich erzähle einfach viel über Deutschland wo dann immer wieder

deutlich wird, wie unterschiedlich viele kulturelle Aspekte sind.

Was ich schon alles so mit meiner

Gastfamilie und auch selbst unternommen habe, lest ihr am Besten in meinem Blog

nach, dort schreibe nicht nämlich detaillierter über meine Erfahrungen und

Eindrücke (meine Blogadresse ist am Ende des Textes noch einmal beigefügt).

Dort geht es dann auch über meine Arbeit im Projekt, mit der ich immer noch

sehr zufrieden bin. Der Englischunterricht von dem anderen deutschen

Freiwilligen und mir hat sich schon gut etabliert und grundsätzlich verbringe

ich einfach gerne Zeit mit den Kids und älteren Schülern, sei es während wir

etwas zusammen basteln, sportlich aktiv sind oder ich mir ihre Geschichten

anhöre.

Egal um was es jedoch in letzter Zeit geht,

es dreht sich alles um Weihnachten. In Deutschland dachte ich ja schon, dass

viel dekoriert wird und die Geschenkeindustrie angeheizt wird, aber im

Vergleich zu hier, ist das absolut gar nichts.

Im Projekt wird fleißig dekoriert und das

heißt, dass alle existenten weihnachtlichen Tonfiguren hervorgekramt werden und

überall platziert werden. Außerdem werden Weihnachtsbäume und Krippen aus

Recyclingmaterial wie PET Flaschen gebastelt und so weiter. Auf

Wiederverwertung wird glücklicherweise sowieso ziemlich geachtet, ansonsten

trifft man hier nämlich eher selten auf ein umweltfreundliches oder

nachhaltiges Bewusstsein bei den Brasilianern.

Die Kids sollten auch alle Wunschzettel an

den Weihnachtsmann schreiben, welche hier an eine Organisation der Stadt weiter

gegeben wurden, die diese Weihnachtszettel ?auswertet? und dann die Wünsche der

Kids erfüllt. Dieses Projekt ist für Kinder aus armen Verhältnissen gedacht und

meiner Meinung eine schöne Idee. Zu den Rahmenbedingungen gehört jedoch, dass

die Kids sich nur Schulmaterialien, Klamotten oder kleineres Spielzeug wünschen

dürfen. Elektronische Geräte oder Videospiele, etc. werden nicht verteilt.

Auch außerhalb des Projekts kommt man an

der Weihnachtsdekoration nicht vorbei, insbesondere die Shoppingzentren sind

voll davon. Besonders beliebt ist es, Fotos mit dem Weihnachtsmann zu schießen,

den es in jedem Shoppingzentrum gibt. Das ist dann immer ein älterer Mann im

Weihnachtskostüm, für den extra eine Weihnachtslandschaft mit Weihnachtsbaum,

Schlitten und Rentieren aufgebaut wurde.

Für mich ist das alles etwas absurd, da

hier Weihnachten auch immer mit Schnee in Verbindung gebracht wird und demnach

auch die Dekoration auf diesem Bild von Weihnachten aufgebaut ist. Hier gibt es

aber keinen Schnee sondern nur drückende Temperaturen um die 37 Grad. Außerdem

ist es extrem schwül und ich habe manchmal wirklich noch meine Probleme mit

diesem Wetter.

Über Weihnachten, das man hier wie bei uns

auch am 24. Dezember feiert, jedoch am 25. Dezember dann erst das große

Weihnachtsessen zu Mittag stattfindet, gehe ich mit meiner Gastfamilie an den

Strand nach Santa Catarina (der Bundesstaat oberhalb von Rio Grande do Sul, in

welchem ich mich befinde). Dort verbringen wir eine Woche mit der gesamten

Familie väterlicherseits, bei der es sich allein schon um 35 Personen handelt.

Für mich also Premiere, da ich Weihnachten in sehr kleinen Kreis gewöhnt bin.

Weihnachten wird hier grundsätzlich

eigentlich immer mit der gesamten Familie verbracht und da brasilianische

Familien extrem groß sind (schließlich werden auch entfernteste Verwandte

eingeladen) wird es wohl ein turbulentes Fest werden. Und wie es sich in einem

warmen Land gehört, wird auch hier Weihnachten tatsächlich oft am Strand

gefeiert, von der Tradition her unterscheidet es sich aber wenig von unserem

Weihnachtsfest. Die Umstände sind einfach nur andere. Ich für meinen Teil bin

ziemlich gespannt und freue mich auf ein paar schöne Tage mit meiner

Gastfamilie am Strand, dem einzigen Ort, an dem es sich bei diesen Temperaturen

wirklich aushalten lässt.

Euch wünsche ich auch wunderschöne

Weihnachten und eine entspannte Zeit und wie schon erwähnt freue ich mich

immer, wenn ihr auch meiner Blogseite einen Besuch abstattet.

 

http://365tagebrasilien.blogspot.com.br/