Paul Georg13. September 2015 Update Porto Alegre, Brasilien | Gaienhofen Fellowship

Hallo alle zusammen!

Zwei Wochen meines Jahres in Porto Alegre, Brasilien, sind nun verstrichen und ich kann sagen, dass es mir hier richtig gut geht!

Für alle, die nicht genau im Bilde sind: Ich leiste einen Freiwilligendienst in einer sozialen Einrichtung namens CESMAR, ein etwas religiös  geprägtes Ganztageszentrum für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Verhältnissen von sechs Jahren bis 18 Jahre. Die Älteren haben normal Unterricht, während die Unterrichtsstunden der Jüngeren wesentlich spielerischer geprägt sind. Außerdem stehen den Kids viele andere Aktivitäten, wie diverse Sportarten, Theater, Musikunterricht, Tanzunterricht, etc., zur Verfügung. Das Projekt ist ziemlich groß und bietet den Kindern und Jugendlichen einen sicheren Rückzugsort.

Angefangen im Projekt, habe ich erst in meiner zweiten Woche hier in Porto Alegre, deswegen möchte ich auch kurz über den Ablauf der ersten Woche berichten: Nach Ankunft in Brasilien, habe ich die ersten drei Tage mit drei anderen Freiwilligen aus Finnland und Frankreich bei dem  Vorsitzenden des Partnerkomitees ICYE/ABIC hier vor Ort verbracht. Dort fand so eine Art ?Arrival-Camp? statt, bei welchem diverse Fragen geklärt wurden und wir auf Dinge aufmerksam gemacht wurden, die es hier zu beachten gilt (Sicherheit, etc.). Nach diesen drei Tagen wurden wir von unseren Gastfamilien abgeholt und mittlerweile habe ich mich schon super bei meiner Gastfamilie, welche aus den Eltern, einer Gastschwester (26) und einem Gastbruder besteht (22), eingelebt. Alle Familienmitglieder sind sehr herzlich, hilfsbereit und verständnisvoll bezüglich meiner  relativ geringen Portugiesischkenntnisse. Diese Eigenschaften treffen übrigens auf alle Brasilianer_innen zu, die ich bisher kennenlernen durfte  und führt dazu, dass ich mich hier unglaublich wohl und aufgehoben fühle.

Zurück zur Sprache: In Deutschland hatte ich bereits angefangen, ein paar Basics zu lernen, welche zwar hilfreich waren, jedoch nicht dazu  geführt haben, mich wirklich auszudrücken. Das ist natürlich auch jetzt noch nicht der Fall, doch ich verstehe mittlerweile schon sehr viel und kann auch schon kleine Konversationen führen. Außerdem lerne ich jeden Tag dazu, da ich ja sowieso gezwungen bin, Portugiesisch zu  sprechen. Die Sprache gefällt mir ziemlich gut, weshalb es mir viel Spaß macht und es mich nicht frustriert, wenn etwas mal nicht auf Anhieb klappt. An der Uni nehme ich außerdem zweimal die Woche Portugiesischkurse, welche bezüglich der Grammatik sehr hilfreich sind.

Nach meiner ersten Woche, in der ich Porto Alegre also etwas kennenlernen konnte, habe ich dann im Projekt angefangen und mir in der ersten Woche dort, erstmal alles angeschaut. Ich bin einfach immer mit verschiedenen Lehrern und ihren Gruppen mitgegangen und habe mit auf die Kids aufgepasst, sodass sie sich nicht die Köpfe einschlagen (sie sind aber alle sehr süß und liebenswert) oder ihnen (den Jüngsten) bei ihren Hausaufgaben geholfen, sofern möglich. Außerdem habe ich mir das Sportprogramm angeschaut, da es eins der Felder ist, in dem ich auch selbst tätig werden möchte.

Andere Felder, die mich interessieren, sind der Englischunterricht, sowie handwerkliche Tätigkeiten. Noch habe ich jedoch etwas Schwierigkeiten, die Kids beim Sprechen zu verstehen, obwohl die meisten auch sehr geduldig mit mir sind und es den Kleinen oft auch einfach reicht, wenn sie eine Umarmung oder ein Küsschen bekommen. Deswegen möchte ich mich erstmal noch etwas im Projekt einleben, bevor ich dann meine eigenen Workshops starten kann. Ich freue mich aber jetzt schon darauf, auch alleine etwas beizutragen.

Für alle, die es noch interessiert, wie Porto Alegre so ist: Viele Menschen, viel Verkehr und etwas schmutziger als deutsche Städte, aber auch  viele Parks, unglaubliche viele Kulturzentren, die ich alle noch erkunden muss und eine schöne Promenade am angrenzenden See. Außerdem ist  Porto Alegre für seinen atemberaubenden Sonnenuntergang bekannt, den ich selbst schon bestaunen durfte.

Zusammengefasst: Ich bin unglaublich glücklich, begeistert von den Menschen, der Sprache und meinem Projekt und freue mich jeden Abend auf den nächsten Tag. 

Liebe Grüße,
Fabienne Ufert (Abi 2015)

P.S. Ich habe auch einen Blog, wo ich mindestens alle zwei Wochen berichte und mich auch über jegliche Kommentare und Anregungen freue. Außerdem kann man ich auch gerne über meine E-Mail Adresse kontaktieren.

Blog: http://www.365tagebrasilien.blogspot.de/

E-Mail: fabienne-ufert@t-online.de