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Lange vernachlässigt und schließlich geschlossen
Tobias Engelsing
11. November 2011
Wie sich die badische Landeskirche auf Betreiben ihres Schulreferenten von ihrer Internatsschule Gaienhofen trennteDie Evangelische Kirche in Deutschland hat die…
Wie sich die badische Landeskirche auf Betreiben ihres Schulreferenten von ihrer Internatsschule Gaienhofen trennteDie Evangelische Kirche in Deutschland hat die Verantwortungseliten wiederentdeckt: In ihrem Positionspapier vom Frühjahr bekundet die Kirche in fast reumütigem Ton, gemeinwesensorientierte Eliten aus einem „falsch verstandenen Egalitarismus“ über Jahre aus Kirche und Gemeinde wenn nicht vertrieben, so doch an der Entfaltung im kirchlichen Leben gehindert zu haben. Die Erklärung über die Rolle leistungsbereiter und verantwortungsbewusster Führungsschichten, die ihren „Reichtum von Gaben, Fähigkeiten und Gütern“ einsetzen, „um für andere Menschen und das Gemeinwesen da zu sein“, will Türen öffnen: Die Eliten in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sollen sich in der Kirche wieder „willkommen fühlen“, denn die Kirche brauche „ihre Anwesenheit, Mithilfe und Strahlkraft“. In guter protestantischer Bildungstradition benennt das Papier ein klassisches Feld der Elitenförderung: das „evangelische Bildungshandeln“ in der Kinder- und Jugendarbeit.Eine über Jahrzehnte „strahlkräftige“ Bastion solcher evangelischer Bildungs- und Elitenarbeit hat die badische Landeskirche unlängst geräumt: Der Stiftungsrat der Schulstiftung der Landeskirche hat schon im Herbst letzten Jahres beschlossen, den traditionsreichen Internatsbetrieb der seit 105 Jahren bestehenden Internatsschule Schloss Gaienhofen am Bodensee zum Schuljahresende 2012/13 zu schließen. Der energische, wegen seines prägnanten Führungsstils in landeskirchlichen Bildungseinrichtungen gefürchtete Schulreferent der Landeskirche, Christoph Schneider-Harpprecht, war treibende Kraft dieses Abschieds auf Raten. Das Internat werde, so die offizielle Begründung der Landeskirche, wegen angeblich „unsicherer wirtschaftlicher Perspektiven“ und nicht mehr zu rechtfertigender „Millioneninvestitionen“ in die in die Jahre gekommenen Internatsgebäude geschlossen. Künftig soll am einzigartigen Standort auf der Halbinsel Höri, wo schon Hermann Hesse und Otto Dix lebten, rund um das alte Wasserschloss der Konstanzer Bischöfe nur noch ein „Evangelisches Schulzentrum“ mit Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium und Realschulzweig weitergeführt werden. Um die nötigen Mittel für Baumaßnahmen für das neue Schulzentrum freizubekommen, will die Kirche bisherige Internatsgebäude gewinnbringend verkaufen.Das Entsetzen bei Mitarbeitern des Internats und Hunderten Ehemaligen der Altschülervereinigung war groß, als der Stiftungsrat nach einem zunächst rechtlich fehlerhaften ersten Abstimmungsverfahren zum zweiten Mal abstimmte und sich damit von der Internatserziehung trennte. Die Evangelische Landeskirche in Baden wird also 2013 ihr letztes Internat aufgeben. Die ebenfalls zur Schulstiftung gehörende Elisabeth-Thadden-Schule in Heidelberg und das Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium in Mannheim hatten ihre Internatsbetriebe schon vor Jahren geschlossen. Als sich eine Initiative von über 600 Ehemaligen und Förderern der Internatsschule im Sommer vergangenen Jahres anbot, Kirche und Schule mit Geld und ehrenamtlicher Fachkompetenz zu helfen, um einen von der Schulstiftung noch in Auftrag gegebenen Masterplan zu verwirklichen, lehnten Kirchenleitung und Stiftung kühl ab. Dabei hatte der Masterplan Gaienhofen gute Marktchancen bescheinigt. Der Vorsitzende des Stiftungsrats, ein renommierter Chefarzt im Nord- badischen, bezeichnete die Hilfsangebote aus dem Kreis der Altschüler gar als „emotional und politisch gefärbte Störmanöver“, und er verbat sich „unbotmäßige Einflüsse“ auf den Entscheidungsgang seines Stiftungsrats. Viele der Altschüler vermuten, dass die kirchlichen Gremien auch so gereizt reagierten, weil mit dem erhofften hohen Verkaufserlös von Internatsimmobilien am Bodensee möglicherweise Löcher gestopft werden sollen, die bei der millionenteuren und nicht durchfinanzierten Neugründung kirchlicher Schulen (Grundschule in Karlsruhe, Realschule in Freiburg) gerissen wurden.Einige dieser mit der alten Bildungseinrichtung eng Verbundenen gehören zu jener gemeinwesensorientierten Elite, an die das jüngste Positionspapier der EKD gerichtet ist: Spitzenmanager und Unternehmer, international tätige Bankiers, Mediziner, aber auch Künstler, Musiker, Journalisten und auffällig viele Vertreter sozialer Berufe, die alle der evangelischen Internatspädagogik viel verdanken.Denn diese Internatsschule war, wie so viele andere kirchliche Internate in Deutschland nach 1945, nie eine exklusive Adresse der Geld- und Abstammungseliten, sondern eine bunte Gemeinschaft mit gewollter starker sozialer Durchmischung. Weil die badische Landeskirche seit der 1946 erfolgten Neugründung des vormaligen Landerziehungsheims und später auch die Altschülervereinigung erhebliche Stipendienmittel zur Verfügung stellten und Preisnachlässe gewährten, lernten an diesem Internat Kinder ganz unter- schiedlicher sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Herkunft, wie ein Gemeinwesen funktionieren kann und worauf es in einem gelingenden Leben ankommt. Sind es wirklich überholte Werte eines zugleich selbstbestimmten und wertegebundenen Lebens, die da verteidigt werden? Werte, die Unternehmersöhne und Diplomaten- töchter ebenso geprägt haben wie den Sohn eines vielreisenden Tanzkapellenmusikers, den Filius eines berühmten Dramatikers oder die Kinder einer badischen Bauernfamilie sowie unzählige Scheidungswaisen aus Familien der berufsgeplagten Mittelschicht. Verantwortungsbewusstsein und Pflichttreue, Zutrauen zu den eigenen Gaben und Zivilcourage im gesellschaftlichen Engagement wurden in Selbstverwaltungsämtern, beim Segeln und Mannschaftsrudern, in Kantorei und Schulfeuerwehr, in sozialen Diensten oder auf der Bühne der Theater AG geübt. Ehemalige, die der Gaienhofener Internatsschule in Aufsichtsgremien, als Stipendiensammler oder als Paten von Arbeitsgemeinschaften erhalten blieben, bemerkten schon seit Jahren einen schleichenden Rückzug der Kirche und eine Aushöhlung des pädagogischen Profils: Projektwochen- enden wurden aufgegeben, der das Internatsleben zusammenhaltende Samstagsunterricht gestrichen, Tagesdienste und verpflichtende Engagements der Schüler im alltäglichen Zusammenleben als heutigen Kindern angeblich nicht mehr zumutbar erlassen. Kehrte unsereiner samstags noch den Internatshof, erfüllte murrend den frühmorgendlichen „Weckdienst“ und schlief im Viererzimmer, wurde der Hinweis auf die prägende Wirkung solcher Erfahrungen von genervten Pädagogen als gänzlich unzeitgemäß zurückgewiesen. Welch enge Binnensicht! Viele erfolgreiche Internate nicht nur im neuerdings bewunderten britischen Privatschulwesen sind zur Idee der Dienste und zu einer bewusst spartanischen Einfachheit zurückgekehrt.Dass unrentabel gewordene Schulen in freier Trägerschaft geschlossen werden, auch wenn sie einst große Zeiten erlebt hatten, ist ein normaler Vorgang in der freien Marktwirtschaft. Im Fall der Internatsschule Gaienhofen am Bodensee aber offenbarten sich Richtungsentscheidungen, die nicht nur der wirtschaftlich angeblich aussichtslosen Lage, behaupteter fehlender Nachfrage auf dem Internatsmarkt und dem Missmanagement der Schulleitung geschuldet waren: Die badische Landeskirche will einfach keine Internatsschule mehr betreiben. Und deshalb hat sie es jahrelang unterlassen, das pädagogische Profil selbstbewusst zu kommunizieren, geeignetes Personal einzustellen und den baulichen Zustand der Internatshäuser in Schuss zu halten.Am allerwenigsten aber hat sich die 2002 gegründete Schulstiftung der badischen Landeskirche um die Kundenzielgruppe für Internatsangebote gekümmert, die überzeugende pädagogische Angebote will: die wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Leistungselite des Landes, die für ihre Kinder eine „zweite Heimat“ sucht und dafür bereit ist, hart verdientes Geld auszugeben. Auf ihrer Homepage titelt die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Schulbünde: „Wenn es evangelische Internate nicht schon gäbe, müssten sie jetzt gegründet werden.“ Internate, die sich dem härter werdenden Kampf um interne Schüler gestellt und die ihr schulisches und pädagogisches Konzept auch gegen alle modischen Tendenzen geschärft haben, berichten inzwischen stolz von aus- gebuchten Plätzen und Wartelisten.In Baden ticken die Uhren anders: Der Schulreferent der dortigen Landeskirche, Christoph Schneider-Harpprecht, hat im Gespräch mit Altschülern der Gaienhofener Schule sogar bekannt, er habe große Vorbehalte gegen die Internatspädagogik: Von der angeblichen Herrschaft der „Hackordnung“, scheiternden Lebensläufen und Missbrauchsfällen war die Rede. Seine öffentlichen Bekenntnisse zur evangelischen Bildungsarbeit klingen indes viel geschmeidiger: In den kirchlichen Schulen, sagte Schneider-Harpprecht 2011 vor der Landessynode, wolle man „christlich gebildete Verantwortungsträger für unsere Gesellschaft und für die Kirche erziehen“. Hermann Hesse, der bekanntlich einige Jahre in Gaienhofen lebte, schrieb 1906 über die damals eben er- öffnete Internatsschule: „Hier gedeiht ein gesundes Leben, dem die Zukunft gehört.“ Die badische Landeskirche hat dafür gesorgt, dass sie 2013 endet.Der Autor leitet die Städtischen Museen Konstanz. Er war viele Jahre Vorstandsmitglied der Altschülervereinigung und Verwaltungsrat im Gaienhofener Internat.
(Frankfurter Allgemeine Zeitung - 10. November 2011)
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Pressespiegel zur Internatsschließung
Diverse Redakteure
17. Oktober 2010
Die evangelische Landeskirche Baden steht wegen der Schließung des Internats in der Kritik. So will es die evangelische Landeskirche Baden…
Die evangelische Landeskirche Baden steht wegen der Schließung des Internats in der Kritik. So will es die evangelische Landeskirche Baden als Trägerin der Einrichtung und der Stiftungsrat der Schule gab seinen Segen dazu: Geboren 1946, zu Grabe getragen 2013.Am Sterbebett des Todgeweihten haben sich die Nächsten versammelt und Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht verhält sich wie man's eben tut, wenn jemand sein Leben lässt. Er schweigt. Zuträger flüstern ihm etwas zu, doch der Kirchenmann schließt die Augen und mit verhaltener Geste gibt er zu verstehen: Es ist besser so. Der Kirche fehlt das Geld, die Zahl der Internatsschüler ging in den vergangenen Jahren beständig zurück. Längst hat der Oberkirchenrat den Glauben verloren, dass die Einrichtung zu retten ist. Und die Stiftungsräte nicken. Neun stimmen für das Ende, einer nur ist dagegen.Draußen vor der Tür nützt aller Protest nichts. Es sind vor allem die ehemaligen Schüler unter der Leitung des Konstanzer Museumsdirektors Tobias Engelsing, die gegen die Schließung des Internats Sturm laufen. Unterstützt werden sie vom Elternbeirat, den Bundestagsabgeordneten Peter Friedrich (SPD), Birgit Homburger (FDP) und Andreas Jung (CDU) sowie dem Konstanzer Landrat Frank Hämmerle. Hunderte Unterschriften gibt es, darunter Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Bodo Kirchhoff, und sie bieten etwas, von dem die Kirche in ihrem Alltag entwöhnt ist: aktive Werbung für die Kirche und das Internat, Geld für Stipendien.Vor allem aber legen die ehemaligen Internatsschüler Zeugnis ab, dass sie ihre Lektion gelernt haben. Welcher Art sie ist, lässt sich nachlesen – zum Beispiel in den aufwändigen Festschriften des Internats. Es sind Bekenntnisse, dass Kirche Schule machen soll und insbesondere Internate einen wichtigen diakonischen Auftrag an Jugendlichen wahrnehmen. Denn was tun, wenn die Eltern ins Ausland müssen oder nach Deutschland kommen und für die Kinder eine spezielle schulische Betreuung sinnvoll erscheint? Was, wenn familiäre Verhältnisse die schulische Entwicklung beeinträchtigen und ein junges Leben nachhaltig aus der Bahn zu geraten droht?Alt ist dieser diakonische Ansatz im Schulwesen, bei dem Wissensvermittlung und Persönlichkeitsbildung kombiniert werden. Die Wurzeln reichen von den mittelalterlichen Findelhäusern über die Armenschulen bis hin zu den pietistisch geprägten Anstalten und Stiftungen eines August Herrmann Francke zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Nicht Berechnung liegt diesem Wirken zugrunde, sondern Hilfsbereitschaft und die Hoffnung auf bessere Verhältnisse.Eine knifflige Aufgabe – und wie geschaffen für den missionarischen Dienst.Um das zu verdeutlichen bediente man sich im Internat Gaienhofen zum Beispiel bei Hermann Hesse, dem bekanntesten Literaten der Gemeinde: „Damit das Mögliche entsteht“, so zitiert ihn Schuldekan Waldemar Matuschek 2006 zum 60-jährigen Bestehen der Einrichtung, „muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Und Udo Beenken, von 1982 bis 1996 in Gaienhofen als Schulleiter tätig, würdigt das Internat Schloss Gaienhofen als Ausnahmeerscheinung in einer „säkularisierten Moderne“, die „zur Tagesordnung der Gottesferne übergegangen“ ist und „das Religiöse dem Markt“ überlässt.Vier Jahre später muss das wie Hohn in den Ohren der Internatsbefürworter klingen. Tobias Engelsing beklagt den Siegeszug eines Kirchenfunktionärs, dem die Ökonomie wichtiger als die Diakonie ist: Unter Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht werde die Landeskirche zur Jesus GmbH umgebaut. Er spricht von einem Paradigmenwechsel – und meint damit nicht nur die Schließung des Internats. Ihn stört der Umgang der Kirche mit den Ihren, die fehlende Transparenz, die Missachtung von Hilfen. Als Gipfel des Zynismus empfindet er das Angebot des Oberkirchenrats, dass die Ehemaligen das Internat übernehmen könnten.Es ist ein Nachruf, bei dem sich Soll und Haben nicht exakt bilanzieren lassen. Kirchenaustritte sind denkbar, innere Kündigungen so gut wie gewiss und die Politik weiß ebenfalls woran sie ist. Durchaus möglich, dass auch sie vor dem Hintergrund des Ausbaus von Ganztagesschulen zu dem Schluss gekommen wäre, dass das Gaienhofener Internat nicht überlebensfähig ist. Einen Rettungsversuch aber hätte beispielsweise Landrat Hämmerle durchaus unternommen – etwa wenn teure Heimunterbringungen durch Internatsleistungen günstiger und besser zu haben gewesen wären. Anfragen von der Landeskirche aber gab es nie. Oder um es mit Hesse leicht abgewandelt zu sagen: Sie hat ihr Mögliches nicht getan.
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Pressespiegel zur Internatsschließung
Diverse Redakteure
12. September 2010
GaienhofenSchloss Gaienhofen gibt Internat auf Die Evangelische Schule Schloss Gaienhofen schließt ihr Internat bis zum Beginn des Schuljahrs 2013/2014. Gleichzeitig…
GaienhofenSchloss Gaienhofen gibt Internat auf Die Evangelische Schule Schloss Gaienhofen schließt ihr Internat bis zum Beginn des Schuljahrs 2013/2014. Gleichzeitig soll die Schule jedoch ausgebaut werden: Ab Schuljahr 2011/2012 soll eine Realschulklasse eingerichtet werden. Die evangelische Internatsschule Gaienhofen Patrick Seeger (dpa) Der Beschluss habe, so Schulleiter Dieter Toder, vor allem wirtschaftliche Gründe: Die Nachfrage nach Internatsplätzen sei in den vergangenen Jahren rückläufig gewesen. Es gehe darum, den Schulstandort für die Zukunft zu sichern. Geplant ist, ab dem Schuljahr 2011/2012 ein „Evangelisches Schulzentrum am Bodensee“ einzurichten: Neben dem allgemeinbildenden Gymnasium und dem neuen Wirtschaftsgymnasium steht dann auch eine einzügige Realschule zur Verfügung. Um neue Räume zu schaffen, wird der Schulträger, die Schulstiftung der evangelischen Landeskirche in Baden, das historische Schloss sanieren. Gleichzeitig soll ein Tagesinternat aufgebaut werden: Es wird Förder- und Freizeitangebote am Nachmittag geben. Schüler, die aktuell das Internat besuchen, können dort noch weitere drei Schuljahre bleiben.Die Schule Schülerzahlen: Derzeit hat die Schule 540 Schüler, von denen 60 im Internat wohnen. Das Wirtschaftsgymnasium besteht aus einer Klasse mit 25 Schülern.Geschichte: Das Internat wurde 1904 als Landerziehungsheim für Mädchen von Bertha von Petersenn gegründet und nach reformpädagogischen Ideen von Hermann Lietz betrieben.Ein Grundgedanke war die Übernahme von Eigenverantwortung. 1946 wurde die Schule auf Initiative des evangelischen Pfarrers Hermann Senges neu gegründet. Heute ist Unterricht in Wirtschaftsethik ein Kennzeichen der Schule. 2009 wurde das Wirtschftsgymnasium gegründet.Gaienhofen Gaienhofen schließt Internat Die Evangelische Schule Schloss Gaienhofen gibt ihren Internatsbetrieb auf. Dafür soll ab 2011/12 eine Realschulklasse eingerichtet werden. Lernen am Ufer des Bodensees: Das wird auch weiterhin Programm der Evangelischen Schule Schloss Gaienhofen sein. Den Internatsbetrieb jedoch wird die Schule künftig zugunsten eines „Schulzentrums“ aufgeben. Bild: dpa Die Nachricht kommt überraschend und dürfte den vorläufigen Abschluss einer über Monate hinweg geführten Bildungsdiskussion auf der Halbinsel Höri am westlichen Bodensee bilden: Die Evangelische Schule Schloss Gaienhofen werde ihr Internat aus Kostengründen zu Beginn des Schuljahres 2013/14 schließen, so Schulleiter Dieter Toder. Die Zahl der Internatsschüler sei jüngst kontinuierlich zurückgegangen. Im Gegenzug soll jedoch das Schulangebot selbst ausgebaut werden: Zum Schuljahr 2011/12 soll Schülern eine einzügige Realschule zur Verfügung stehen. Damit möchte man den Schulstandort stärken. Außerdem ist der Aufbau eines Tagesinternats geplant: Fördermöglichkeiten und Freizeitaktivitäten sollen im Rahmen einer Ganztagesbetreuung angeboten werden. Damit soll ein „Evangelisches Schulzentrum am Bodensee“ entstehen, das als Schulzweige ein allgemeinbildendes Gymnasium, ein Wirtschaftsgymnasium und eine Realschule umfasst. Um neue Räume zu gewinnen, wird das historische Schloss umfassend saniert.Die Entscheidung dürfte auf der Höri sowohl bestürzte wie begeisterte Reaktionen auslösen. Zum einen sind das Internat und sein Ruf untrennbar mit dem Selbstbild der Gemeinde Gaienhofen verbunden. Die Schließung werden deshalb viele als Verlust empfinden. Zum anderen hat man in Gaienhofen und den zwei weiteren Gemeinden der Halbinsel, Moos und Öhningen, im vergangenen Jahr intensiv über das Thema „Schule“ diskutiert. Wie an vielen anderen Orten im ländlichen Raum macht sich der demografische Wandel bemerkbar: Die Hauptschulen in Gaienhofen und Öhningen verzeichnen einen dauerhaften Schülerrückgang.Die Gaienhofener Hauptschule beantragte die Einrichtung einer Werkrealschule, scheiterte aber an der geforderten Zweizügigkeit. An der Öhninger Hauptschule ist die Lage prekär: Dort sind im kommenden Schuljahr nur eine Handvoll Schüler für die fünfte Klasse angemeldet. Eltern äußerten immer wieder den Wunsch nach einer Realschule. Realschüler von der Höri müssen entweder die Realschule in Radolfzell besuchen, die inzwischen vierzügig geführt wird oder einen sehr langen Anfahrtsweg Richtung Singen in Kauf nehmen. Eine Bürgerinitiative nahm sich des Themas an und organisierte eine Veranstaltung und eine Fragebogenaktion. Sie brachte die Verbundschule ins Gespräch, in der Haupt- und Realschule unter einem Dach vereint sind.Mit der Wende an der Schule Schloss Gaienhofen ist ein Problem gelöst: Es wird zwar keine staatliche, dafür eine private Realschule geben. Die Nachfrage nach diesem Schulzweig ist ungebrochen. Entsprechend der Situation zweigeteilt fällt die Reaktion des Bürgermeisters von Gaienhofen, Uwe Eisch aus. Er freue sich sehr über die Einrichtung eines Realschulzweigs: „Das hilft uns allen in der Diskussion um eine Sicherung und Aufwertung des Schulstandortes Höri ein großes Stück weiter.“ Gleichzeitig äußert sich Eisch bestürzt über die Aufgabe des Internatsbetriebs: „Der Name ‚Internatsschule Schloss Gaienhofen' ist mit dem Namen der Gemeinde fest verbunden und weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt. Die Internatsschule ist ein Stück Identität der Gemeinde.“Ganz ohne dunkle Flecken ist der Ruf der Schule allerdings nicht. Einige ihrer Absolventen zählen heute zur bundesdeutschen Prominenz. Unter ihnen Schriftsteller Bodo Kirchhoff, der im März im „Spiegel“ über seine Missbrauchserfahrung am Internat in Gaienhofen in den 60er Jahren berichtete.Gaienhofen Realschule ersetzt in Zukunft Internat Gaienhofen – Die Bezeichnung „Evangelische Internatsschule Schloss Gaienhofen“ gehört der Vergangenheit an: Zum Schuljahr 2013/14 soll das Internat der Schule geschlossen werden. Dies ist keine Kleinigkeit: Immerhin verbindet die Gemeinde Gaienhofen einen Teil ihres Selbstbildes damit, Standort eines renommierten Internates zu sein.Verbunden ist die Entscheidung allerdings mit einem Ausbau der schulischen Angebote: Ab Schuljahr 2011/2012 soll Schülern eine einzügige Realschule zur Verfügung stehen. Hinter Mauern verborgen blieben die Planungen rund um die Schule Schloss Gaienhofen. Jetzt weiß man mehr: Das Internat wird zum „Schulzentrum“ umgewandelt. Bild: Jarausch Eingebettet wird diese in ein „Evangelisches Schulzentrum am Bodensee“, das die bestehenden Schulzweige (allgemeinbildendes Gymnasium und Wirtschaftsgymnasium) und die Realschule umfasst. Zusätzlich soll ein Ganztagesbetrieb eingerichtet werden.Der Grund für die Entscheidung ist wirtschaftlicher Natur: In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage nach Internatsplätzen rückläufig gewesen, so Schulleiter Dieter Toder. So hat die Schule nur noch 65 Internatsschüler. Ab Mitte der 80er Jahre habe die Zahl der Internatsschüler kontinuierlich abgenommen. Der Schulträger, die Schulstiftung der evangelischen Landeskirche in Baden, habe sich deshalb zu einem Umbau des Schulkonzepts in Gaienhofen entschlossen. „Es tut uns weh, das Internat zu schließen“, so Schulleiter Dieter Toder, „aber es ist nicht unbedingt sinnvoll sich gegen den Trend zu stemmen.“ Zumal das Bildungsangebot im Zuge dieser Entscheidung vergrößert werde: Der Schulträger, die Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden, wird in den Schulstandort investieren, um neue Räume für die geplante Realschule zu schaffen. Dies beinhaltet auch eine Sanierung des Schlossareals. Dass Eltern auf der Höri den Wunsch nach einer Realschule äußerten, habe man registriert, so Dieter Toder. Insofern fülle man eine Lücke, die der Staat nicht schließen konnte.Gaienhofens Bürgermeister Uwe Eisch reagierte erfreut und bestürzt zugleich: Zum einen begrüßte er die Entscheidung für einen Realschulstandort. „Das Bildungsangebot für die Höri wird damit um einen wesentlichen Part gestärkt und wir sind in der Lage, nahezu alle Schultypen auf der Höri anzubieten: von der Grundschule bis zum Abitur.“ Die Einrichtung der privaten Realschule ermöglicht damit einen vorläufigen Abschluss der Diskussion um Werkrealschule und Realschule auf der Höri. Gleichzeitig bedauert der Bürgermeister die Aufgabe des Internats: „Die Internatsschule ist ein Stück Identität der Gemeinde und für meine Begriffe nicht wegzudenken.“ Während man beginne, durch die Umstrukturierung des Angebots Fuß zu fassen, komme die Schließung des Internats zur Unzeit. Er wolle bezüglich dieser Frage persönlich mit dem Schulträger in Dialog treten.Baden-Württemberg, Seite 10Gaienhofen Kritik an Schließung des Internats [2] Ehemalige Schüler zeigen sich enttäuscht über die Schließung des Internats in Gaienhofen. Auch der Elternbeirat kritisiert die mangelnde Transparenz bei der Entscheidung. Gaienhofen – Auf wenig Begeisterung und zum Teil völliges Unverständnis bei vielen ehemaligen Internatsschülern stößt die Entscheidung, das Internat der Evangelischen Schule Schloss Gaienhofen zu schließen. So äußert sich Tobias Engelsing, heute Direktor der Städtischen Museen in Konstanz, der mehrere Jahre Mitglied im Verwaltungsrat der Schule war: „Die Entscheidung der Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche bedauere ich außerordentlich. Der entschuldigende Hinweis auf die wirtschaftlichen Zwänge verdeckt die wahren Ursachen: Seit Jahren hat es die Kirche versäumt, in Gaienhofen in ein profiliertes internats-pädagogisches Programm zu investieren und Werbung für das Internat zu machen. Die Kirche hat das Traditionsinternat Gaienhofen langsam sterben lassen.“ Das Konzept, die Schule in ein Schulzentrum ohne Internat umzuwandeln, überzeugt ihn nicht: „Dieses Konzept ist Regionalliga und mag für die Region sinnvoll sein. Weit über die Region hinaus bedeutsam wäre gewesen, die Kirche hätte weiterhin auch auf die wunderbare pädagogische Idee der Internatserziehung nach christlichen Leitbildern gesetzt.“Michael Blank, der 1996 an der Internatsschule Schloss Gaienhofen sein Abitur ablegte und heute in London als Portfoliomanager bei einem Investmentfond beschäftigt ist, sieht das ähnlich: „Die Schließung des Internats ist überhaupt nicht nachzuvollziehen, besonders wenn man sich die Wartelisten an vielen Internaten anschaut.“ Das Internat habe den Charakter der Internatsschule Schloss Gaienhofen ausgemacht. „Aus solch einer überschaubaren Institution mit klarem Profil eine beliebige Gesamtschule zu machen, ist ein radikaler Wechsel.“ Als bittere Enttäuschung bezeichnet er den Bruch der Kirche mit der jahrelangen Tradition. Gerade die Unterstützung der aktuellen Schüler durch die ehemaligen Internatsschüler werde der Schule in Zukunft fehlen.Karina Christen, ebenfalls Gaienhofen-Absolventin und heute Politik-Redakteurin beim SÜDKURIER, empfindet es als seltsam, wenn es die Bezeichnung „Evangelische Internatsschule Schloss Gaienhofen“ künftig nicht mehr geben wird. „Man hat ein wenig das Gefühl, die eigene Biografie korrigieren zu müssen.“ Grundsätzlich äußert sie Verständnis für eine Entscheidung, die unter wirtschaftlichem Druck zustande gekommen sei. „Es ist aber ein völlig unerwarteter und bitterer Schritt, der auch das Flair von Gaienhofen beeinträchtigt.“ Sie habe es in ihrer Schulzeit sehr genossen, Klassenkameraden aus unterschiedlichen Ländern zu haben.Jörg Kattermann, aktueller Elternbeiratsvorsitzender, bedauert die Entscheidung und ihre Folgen für Schüler, Mitarbeiter und Lehrer ebenfalls: „Gerade das Wirtschaftsgymnasium und die Realschule, die wir als Höri-Eltern sehr begrüßen, wären eine große Chance für das Internat gewesen. Bei der Entscheidungsfindung hätten wir uns eine bessere Einbindung und mehr Transparenz gewünscht.“ Bei der Umsetzung der Pläne würden sich die Schulleitung und die Schulstiftung an ihren Versprechen messen lassen müssen, die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Schule zu verbessern.Hans-Peter Rodenhausen, Vorsitzender des CDU Gemeindeverbandes Gaienhofen, sieht den Entschluss, eine Realschule anzubieten, als positive Entwicklung für die Höri: „Die CDU Gaienhofen begrüßt diese für unsere Region gesellschaftspolitisch bedeutsame Entscheidung mit Freude, bedauert die absehbare Schließung des Internates. Um den Besuch dieser Realschule für die Kinder der Höri möglichst kostenlos zu garantieren, unterstützen wir die staatliche Förderung und werden intern einen Parteiantrag stellen.“ Gaienhofen Ein Schulzentrum für Gaienhofen Gaienhofen – Was die einen empört, sorgt bei anderen für Vorfreude: Die Nachricht, dass die Evangelische Schule Schloss Gaienhofen ein Schulzentrum mit einer Realschule einrichten will, wird von jenen, die sich intensiv an der Bildungsdiskussion auf der Höri beteiligt haben, positiv aufgenommen. So begrüßt der Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann (Grüne) das Realschulangebot der Evangelischen Schule Schloss Gaienhofen: „Ich freue mich für die Höri, dass sie eine Realschule bekommt.“Allerdings müsse man das Problem des Schulgelds lösen. Idylle in Gaienhofen: Auch am künftig geplanten Schulzentrum inklusive Realschule soll Lernen Spaß machen. Die Entscheidung sorgt für unterschiedliche Reaktionen. Bild: Schule Schloss Gaienhofen Wenn es gelänge, dass Kinder von der Höri die Schule kostenlos besuchen könnten, sei das die beste Lösung. Hier sieht Lehmann auch die Gemeinden in der Pflicht und schließt sich der Forderung des CDU-Gemeindeverbands Gaienhofen an: „Ein Stück weit springt hier ein privater Träger für den Staat in die Bresche.“ Es sei angemessen, wenn sich der Staat an den Kosten beteilige. Ein wenig Sorgen macht sich Lehmann um die Hesseschule. Durch die Einzügigkeit könne kein 10. Schuljahr angeboten werden. Günstiger wäre aus seiner Sicht gewesen, man hätte an der Evangelischen Schule Schloss Gaienhofen einen Verbund mit der Hesseschule angestrebt.Der Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann (CDU) sieht es ebenfalls als Gewinn, dass auf der Höri nun alle Schularten vertreten sind. Er werde die Schule dabei unterstützen, die erforderliche Genehmigung für die Realschule zu erhalten. Verbunden mit der Genehmigung seien eventuell auch Landesmittel für den Betrieb der Schule. Allerdings werde die Schule Schulgeld erheben. Eine Konkurrenz zu den bestehenden Hauptschulen sei die neue Realschule nicht. Hoffmann setzt sich weiterhin für die Realisierung einer Werkrealschule auf der Höri ein: „Also das eine (Realschule) tun – ohne das andere (Werkrealschule) zu lassen.“Christa Tirschmann, Rektorin der Hermann-Hesse-Schule, sieht die Einrichtung einer Realschule in Gaienhofen ebenfalls sehr positiv. „Die Realschule hat eine sehr hohe Akzeptanz, das ist eine gute Sache.“ Bisher habe man an der Hesseschule noch nicht über Kooperationsmöglichkeiten nachgedacht. Dennoch wolle sie die Diskussion, die in den vergangenen Monaten entstanden sei, nicht bremsen: „Die Verbundschule ist sicher vom Tisch. Aber es gibt viele Eltern, die sich ein 10. Schuljahr für die Hesseschule wünschen.“ Dies wolle man am runden Tisch weiter diskutieren.Zehntes Schuljahr anzustreben Ilona Schumacher, die sich im Rahmen einer Elterninitiative für das Modell einer Verbundschule eingesetzt hatte, begrüßt die Entwicklung. „Es ist erfreulich und erstaunlich zugleich, wie schnell die Höri jetzt eine Realschule bekommt.“ Die Vision des Höriforums von kooperierenden Schultypen sei damit vom Tisch: „Jetzt hat ein privater Träger die Chance, seine Vision zu verwirklichen.“ Ihr ist wichtig, dass man das Augenmerk auf die beiden staatlichen Hauptschulen auf der Höri richte. Ein zehntes Schuljahr in Form eines Modellversuchs sei anzustreben.Günter Merkel, der die Internatsschule Schloss Gaienhofen als Lehrer erlebt hat und später Mitglied im Stiftungsrat wurde, gibt dem künftigen Schulzentrum an der Evangelischen Schule Schloss Gaienhofen große Chancen. „Als Höribewohner sehe ich die Schule auch als kulturelles und religiöses Zentrum.“ Er hätte sich zwar eine Umstrukturierung mit Erhalt des Internats gewünscht, aber dies sei nicht durchsetzbar gewesen.Mehr zum Thema: Seite 9 Gaienhofen Internat Gaienhofen Das Internat ist über 100 Jahre alt, dem Geist der Zeit entsprechend wurden damals ausschließlich Mädchen unterrichtet. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte die Neugründung, verbunden mit einer inhaltlich geänderten Ausrichtung: Jungen und Mädchen sollten gemeinsam erzogen werden. Außerdem bekannte sich die Schule zu einem christlichen Leitbild. Damit wurde sie zu einer Visitenkarte der badischen Landeskirche. Eng wurde es für das Internat Gaienhofen, als erst die Zahlen der Internen und die Einnahmen aus der Kirchensteuer zurückgingen. (uli/Bild: dpa)Gaienhofen Internatsschule soll Chance bekommen Ehemalige Schüler appellieren an die Landeskirche und bieten mehr Geld für Stipendien an. Ehemalige Schüler der Internatsschule Schloss Gaienhofen wollen die Institution retten. Viele Ex-Schüler haben einen Appell unterzeichnet. Bild: Archiv Gaienhofen – Die traditionsreiche Internatsschule Schloss Gaienhofen am Bodensee soll weiter bestehen bleiben, zumindest wenn es nach dem Willen der ehemaligen Schüler geht. Rund 250 Altschüler haben einen Appell „Pro Gaienhofen“ unterzeichnet, den sie an die Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden richten, die Träger des Internats ist.Die Kirche, die ihre Zuschüsse an ihre Schulen reduzieren wird, verfolgt das Ziel, das Gaienhofener Internat zum Schuljahr 2012/13 zu schließen und die Einrichtung künftig als reine Regionalschule mit Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium und neuem Realschulzweig weiter zu führen. Gegen diese Schließungsabsicht des Internats wende sich der rund 1000 Mitglieder zählende Altschülerverein. Der Verein begrüße die Erweiterungspläne, kämpfe aber für den Erhalt des Internats und somit das „Alleinstellungsmerkmals“ der Gaienhofener Schule, schreibt der Sprecher der Pro-Gaienhofen-Initiative, der Konstanzer Museumsdirektor Tobias Engelsing, in einer Pressemitteilung.Er hat gemeinsam mit dem Konstanzer Unternehmer Michael Veeser direkte Verhandlungen mit dem Oberkirchenrat geführt. Im Anschluss daran richteten die Ehemaligen nun einen Appell an die Trägerstiftung in Karlsruhe, der Internatsschule eine befristete Chance zur Zukunftssicherung zu geben. Der Vorschlag: „Die Schule würde sich verpflichten, die wegen der wirtschaftlichen Gesamtlage gesunkene Internatsbelegung bis zum Herbst 2011 um etwa 30 Prozent zu steigern. Auch sollen ehrgeizige pädagogische Inhalte eines jüngst erarbeiteten „Masterplans Gaienhofen 2020“ zügig umgesetzt werden.“ Der Ehemaligenverein sagt der Schule im Gegenzug wesentlich höhere Stipendiengelder und eine Reihe von Leistungen für die Internatsschule zu. Den Appell, für den auch weiterhin Unterstützungszusagen gesammelt werden, zeichneten nach Angaben der Initiative bislang namhafte Absolventen des 1904 gegründeten und seit 1946 von der Evangelischen Kirche geführten Internats. So etwa der Herausgeber des Berliner „Tagesspiegel“ und frühere SÜDKURIER-Chefredakteur Gerd Appenzeller, der Sohn des Dramatikers Rolf Hochhuth, Professor Martin Hochhuth, der Berliner Filmemacher Douglas Wolfsperger und zahlreiche Ehemalige aus aller Welt, die ihrer Schule am Bodensee als Förderer noch immer verbunden sind.Die Entscheidung über das Internat wird Anfang September im Stiftungsrat in Karlsruhe fallen. Der Altschülerverein unterhält ein weltweit gespanntes Netzwerk aus ehemaligen Schülern und Förderern und unterstützt das Internat seit Jahrzehnten mit Stipendiengeldern, Berufsberatung und anderer Hilfe. Radolfzell Bodo Kirchhoff auf Konfrontationskurs mit der Landeskirche Im Streit um die Schließung des Internats Gaienhofen stellt sich der Schriftsteller auf die Seite der Initiative ehemaliger Schüler, die die Einrichtung retten wollen. Der Schriftsteller Bodo Kirchhoff (61) hat sich in der Debatte um das Internat Gaienhofen auf die Seite der Befürworter der Schule gestellt. Darauf weist Tobias Engelsing als Sprecher der inzwischen mehr als 400 Altschüler, Eltern, Förderer und Mitarbeiter hin, die von der Evangelischen Landeskirche den Erhalt des Internats fordern. Die kirchliche Schulstiftung will das Internat 2012/13 schließen und die Schule nur noch als Regionalschule fortführen. Bodo Kirchhoff war von 1959 bis 1968 interner Schüler des Internats. Im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen an kirchlichen Einrichtungen berichtete er im Magazin „Der Spiegel“ über ihm zugefügte sexuelle Gewalt durch einen Lehrer Anfang der 60er Jahre. Die evangelische Schulstiftung nimmt in ihren aktuellen Schließungsabsichten auch auf diese Missbrauchsdebatte Bezug. Laut Tobias Engelsing hält Bodo Kirchhoff dies für „Blödsinn“. Fälle aus lange zurück liegender Zeit dürften nicht als Argument heran gezogen werden, das Internat zu schließen. Die Initiative „Pro Gaienhofen“, die der Schriftsteller als prominenter Ehemaliger unterstützt, setzt sich dagegen mit eigenen Angeboten und finanziellen Förderzusagen dafür ein, die Internatsschule wieder wettbewerbsfähig zu machen. Am 9. September soll die Schulstiftung nach dem Willen des zuständigen Oberkirchenrats Christoph Schneider-Harpprecht einen zunächst gescheiterten Schließungsbeschluss erneut fassen und damit das Schicksal des Internats besiegeln. Gaienhofen Internat Gaienhofen: Oberkirchenrat gerät unter Druck Gaienhofen – In der Diskussion um das Internat in Gaienhofen sieht sich der Oberkirchenrat der evangelischen Landeskirche Baden, Christoph Schneider-Harpprecht, wachsender Kritik ausgesetzt. Die Kirche ist Trägerin der Einrichtung. Das Internat in Gaienhofen ist ein Markenzeichen in der Bildungslandschaft am westlichen Bodensee. Die Frage ist, wie lange das noch so sein wird. Bild: Jarausch Der Kirchenfunktionär wird morgen den Stiftungsräten die Schließung des Internats vorschlagen. Zwar soll das Schulzentrum durch einen Realschulzweig zum bestehenden Gymnasium und Wirtschaftsgymnasium ergänzt werden; mit der Schließung des Internats würde die am westlichen Bodensee auf der Halbinsel Höri gelegene Bildungseinrichtung aber ihr Markenzeichen verlieren.Es sind wirtschaftliche Gründe, die den Oberkirchenrat zu dem harten Schnitt veranlassen. Mehr als 200 Internatsschüler gab es früher, parallel zu den rückläufigen Zahlen verschob sich das Gewicht im Laufe der Jahre vom Internat hin zu einer Regionalschule mit externen Schülern. Inzwischen ist die Zahl der Internatsschüler auf 60 gesunken und angesichts der geringen Nachfrage hält Christoph Schneider-Harpprecht die für den Erhalt des Internats erforderlichen Investitionen in Millionenhöhe für nicht mehr zu rechtfertigen. Dass bei der Landeskirche Matthäi am Letzten ist, geht aus einem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Konstanz hervor. Darin bedauert der Oberkirchenrat die Entwicklung, aber „es wäre ein viel herberer Schlag, wenn die Schulstiftung der Landeskirche sich bei der Weiterführung des Internates in einigen Jahren entschließen müsste, die Schule in Gaienhofen insgesamt zu schließen“.Die Rechnung allerdings hat der Funktionär in Karlsruhe ohne die ehemaligen Internatsschüler gemacht. Sie haben unter der Federführung des Konstanzer Museumsdirektors Tobias Engelsing eine Initiative zur Rettung des Internats gestartet, die mit rund 400 teils prominenten Unterstützern wie dem Schriftsteller Bodo Kirchhoff Druck auf die Landeskirche ausüben. Unterstützt werden sie vom Elternbeirat, den örtlichen Bundestagsabgeordneten Andreas Jung (CDU), Peter Friedrich (SPD) und Birgit Homburger (FDP). Auch der Konstanzer Landrat Frank Hämmerle (CDU) schloss sich dem Kreis der Unterstützer an.Erreicht werden soll vor allem eine Vertagung der Entscheidung. Die Notwendigkeit dazu ergibt sich für die Initiatoren allein wegen eines Gutachtens zu den Überlebenschancen des Internats: Es wird vom Oberkirchenrat und seinen Initiatoren konträr bewertet. Die Bereitschaft zur Anwerbung von Internatsschülern sowie die Aufstockung der Stipendien auf mindestens 100 000 Euro für die Dauer von drei Jahren sind weitere Trümpfe der Internatsbefürworter. Zunehmendem Druck sieht sich Christoph Schneider-Harpprecht zudem wegen seines Rechtsverständnisses ausgesetzt. Bereits im Juli ließ er den Stiftungsrat über die Schließung abstimmen, wobei die erforderliche Zweidrittelmehrheit verfehlt wurde. Jetzt steht das Thema erneut zur Debatte – ein nach Ansicht der Internatsbefürworter undemokratisches und unrechtmäßiges Vorgehen.Diskussionsrunde des Südkurier(…) Sebastian Barth und Erika Blank brannte ein anderes Thema unter den Nägeln: Ihnen macht die geplante Schließung des Evangelischen Internats in Gaienhofen Sorgen. Sebastian Barth ist Mitglied des Förderkreises der ehemaligen Schüler und setzt sich für eine Erhaltung des Internats ein. Wenn es nach dem Plan des Förderkreises ginge, sollte das Jungenheim des Internats saniert werden, ein Neubau die Platznot der Schule mildern. Die Einrichtung einer Realschule sei ebenso vorgesehen. (…)
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Pressespiegel zur Internatsschließung
Diverse Redakteure
12. September 2010
Altschüler fordern Chance für Internatsschule Gaienhofen24. August 2010 wak Anfang September fällt Entscheidung über Schließung aus wirtschaftlichen Gründen Konstanz/Gaienhofen (wak)…
Altschüler fordern Chance für Internatsschule Gaienhofen24. August 2010 wak Anfang September fällt Entscheidung über Schließung aus wirtschaftlichen Gründen Konstanz/Gaienhofen (wak) Es gibt viele Gründe, auf der Höri zur Schule zu gehen. Vielleicht ist es auch die Lage direkt am Bodensee, wo sich einst der Dichter Hermann Hesse und der Maler Otto Dix inspirieren ließen. Für die Evangelische Landeskirche scheint es dagegen einen entscheidenden Grund, das Internat zu schließen. Auch eine Evangelische Internatsschule, ein staatlich anerkanntes Gymnasium in freier Trägerschaft der Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden, muss sich rechnen. Altschüler rebellieren gegen die Schließungspläne. In wenigen Wochen im September fällt die Entscheidung.Altschüler Appell „Pro Gaienhofen“Ehemalige appellieren nun an Landeskirche. Die traditionsreiche Internatsschule Schloss Gaienhofen am Bodensee soll weiter bestehen bleiben: Diese Auffassung vertreten rund 250 unterzeichnende Altschüler in einem Appell „Pro Gaienhofen“, den sie an die Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden richten, die Träger des Internats ist.Schluss mit Internat aus KostengründenDie Kirche, die ihre Zuschüsse an ihre Schulen reduzieren wird, verfolgt das Ziel, das Gaienhofener Internat zum Schuljahr 2012/13 zu schließen und die Einrichtung künftig als reine Regionalschule mit Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium und neuem Realschulzweig weiter zu führen. Gegen die Schließungsabsicht des Internats wendet sich der rund 1000 Mitglieder zählende Altschülerverein. Er begrüßt die Erweiterungspläne, kämpft aber für den Erhalt des „Alleinstellungsmerkmals“ der Gaienhofener Schule, das Internat.Altschüler fordern Fortbestand auf ProbeDer Altschülerverein unterhält ein weltweit gespanntes Netzwerk aus ehemaligen Schülern und Förderern und unterstützt das Internat seit Jahrzehnten mit Stipendiengeldern, Berufsberatung und anderer Hilfe. Nach direkten Verhandlungen mit dem Oberkirchenrat durch den Unternehmer Michael Veeser und den Konstanzer Museumsdirektor Tobias Engelsing richteten die Ehemaligen nun gemeinsam mit Eltern, Mitarbeiterin und Zulieferbetrieben des Internats einen Appell an die Trägerstiftung in Karlsruhe, der Internatsschule eine befristete Chance zur Zukunftssicherung zu geben: Die Schule würde sich verpflichten, die wegen der wirtschaftlichen Gesamtlage gesunkene Internatsbelegung bis zum Herbst 2011 um etwa 30 Prozent zu steigern. Auch sollen ehrgeizige pädagogische Inhalte eines jüngst erarbeiteten „Masterplans Gaienhofen 2020“ zügig umgesetzt werden. Der Ehemaligenverein sagt im Gegenzug wesentlich höhere Stipendiengelder und eine Reihe von Leistungen für die Internatsschule zu. Die Entscheidung über das Internat wird Anfang September im Stiftungsrat in Karlsruhe fallen.Prominente Ehemalige geben ihre NamenDen Appell, für den auch weiterhin Unterstützungszusagen gesammelt werden, zeichneten bislang namhafte Absolventen des 1904 gegründeten und seit 1946 von der Evangelischen Kirche geführten Internats: So etwa der Herausgeber des Berliner „Tagesspiegel“ und frühere Südkurier-Chefredakteur Gerd Appenzeller, der Sohn des Dramatikers Rolf Hochhuth, Professor Martin Hochhuth, der Berliner Filmemacher Douglas Wolfsperger und zahlreiche Ehemalige aus aller Welt, die ihrer Schule am Bodensee als Förderer noch immer verbunden sind.Altschüler sind bestürztIn einem Brief der Altschüler an den Vorstand und Stiftungsrat der Evangelischen Landeskirche Baden heißt es: „Mit großer Bestürzung haben wir als Altschüler der Evangelischen Internatsschule Schloss Gaienhofen von der beabsichtigten Schließung des Internats erfahren. Wir waren deshalb sehr dankbar, dass unsere Ehrenvorstände Michael Veeser und Dr. Tobias Engelsing – nach den ersten und teils heftigen Wellen der Trauer und Verärgerung aus dem Kreis zahlreicher engagierter Altschüler – Gelegenheit hatten, in einem langen und vertrauensvollen Gespräch mit Ihnen, sehr geehrter Herr Schneider-Harpprecht, konstruktive Perspektiven erörtern zu können.“Kirche setzt Wirtschaftlichkeit auf einsWeiter heißt es: „Sie haben in diesem Gespräch deutlich gemacht, dass in der Landeskirche ein tiefreichender Richtungswechsel hin zu unbedingter Wirtschaftlichkeit der Teilgliederungen und zugehörender Institutionen stattgefunden habe. Diesen Maßstab legen Sie auch an die Internatsschule Schloss Gaienhofen an, deren Belegungszahlen in den vergangenen Jahren auch für uns als unterstützende Ehemalige nicht mehr befriedigend waren. Wir übersehen als kritisch-solidarische Begleiter unserer alten Internatsschule auch nicht, dass angesichts des unbestreitbar härter umkämpften Internatsmarktes in Gaienhofen nötige pädagogische Reformen, neue Konzepte und Vertriebsanstrengungen bislang nicht im erforderlichen Umfang angepackt wurden.“ Gleichzeitig üben die Altschüler Kritik am Schulträger: „Zugleich sind uns als Förderern und Mäzenen der Internatsschule aber auch die augenscheinliche Vernachlässigung der Internatsschule in Fragen des Bauunterhalts und die fehlende Unterstützung des Trägers in Fragen des Vertriebs und der Werbung aufgefallen.“Werben für den Masterplan Gaienhofen 2020Die Altschüler hoffen aber offenbar auf eine Wende: „Doch nun haben angesichts der ultimativen Forderung nach mehr Wirtschaftlichkeit die Schulleitung, die Verwaltung und die Gremien der Schule endlich die Zeichen der Zeit erkannt und auf der Basis Ihres Auftrags einen ,Masterplan Gaienhofen 2020? erarbeitet. Dieser Masterplan, der uns überzeugend präsentiert wurde, belegt für uns eindrucksvoll: Gaienhofen kann es als Internatsschule schaffen, wenn sich Stiftung, Verantwortliche und Mitarbeiterschaft vor Ort auf den Geist der evangelisch geprägten Bildungsarbeit besinnen und ihn wieder leben. Einen Geist, der dieses Internat über Jahrzehnte prägte und auszeichnete.“Politiker gegen InternatsschließungAuch die drei Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis Konstanz, Andreas Jung (CDU), Birgit Homburger (FDP) und Peter Friedrich (SPD) haben bereits in einem Brief die Evangelische Landeskirche in Baden aufgefordert, den Beschluss, das Internat zu schließen, wieder rückgängig zu machen.Kontakt: Freundes- und Förderkreis e.V. der Ev. Internatsschule Schloss Gaienhofen, Sprecher der Pro-Gaienhofen-Initiative: Dr. Tobias Engelsing, Konstanz, privat: 07531 / 202 85, Büro: 07531 / 900-246 und Michael Veeser, Konstanz 07531 / 9745-0.http://www.see-online.info/16341/altschuler-fordern-chance-fur-internatsschule-gaienhofen/Bodo Kirchhoff für Erhalt von Internat GaienhofenSamstag, 04. September 2010, 14:36 UhrGaienhofen (dpa/lsw) - Der Schriftsteller Bodo Kirchhoff setzt sich für den Erhalt des evangelischen Internats in Gaienhofen am Bodensee ein. Der 61-Jährige unterstütze den Appell von mehr als 400 ehemaligen Schülern, Eltern, Förderern, Mitarbeitern und Zulieferbetrieben des Internats, teilte der Sprecher der Initiative «Pro Gaienhofen», Tobias Engelsing, mit. Kirchhoff hatte das Internat am Bodensee von 1959 bis 1968 besucht. In seinem 2007 erschienenen Roman «Eros und Asche» schildert er seine Jahre am Bodensee. Die Evangelische Landeskirche in Baden will das Internat aus wirtschaftlichen Gründen zum Ende des Schuljahres 2012/13 schließen.http://www.bild.de/BILD/regional/stuttgart/dpa/2010/09/04/bodo-kirchhoff-fuer-erhalt-von-internat-gaienhofen.htmlInternat Gaienhofen erhält ZuspruchArtikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 06.09.2010 Der Schriftsteller Bodo Kirchhoff setzt sich für den Erhalt des evangelischen Internats in Gaienhofen am Bodensee ein. Der 61-Jährige unterstütze den Appell von mehr als 400 ehemaligen Schülern, Eltern, Förderern, Mitarbeitern und Zulieferbetrieben des Internats, teilte der Sprecher der Initiative Pro Gaienhofen, Tobias Engelsing, mit. Kirchhoff hatte das Internat von 1959 bis 1968 besucht. In seinem 2007 erschienenen Roman "Eros und Asche" schildert er seine Jahre am Bodensee.Die Evangelische Landeskirche in Baden will das Internat aus wirtschaftlichen Gründen zum Ende des Schuljahres 2012/13 schließen und zum regionalen Ganztageszentrum mit Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium und einem neuen Realschulzweig ausbauen. Am 9. September wird der Stiftungsrat der Schulstiftung der Landeskirche erneut über die Zukunft des traditionsreichen Internats abstimmen. Bei einer ersten Abstimmung im Juli war die notwendige Zweidrittelmehrheit verfehlt worden. Der Vorstandsvorsitzende der Schulstiftung, Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht, ist jedoch zuversichtlich, dass der Schließungsbeschluss in der kommenden Sitzung bestätigt wird. Die Badische Landeskirche hat darauf verwiesen, dass der Trend bei Internaten in kirchlicher Trägerschaft bundesweit deutlich rückläufig sei. lswhttp://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2617455_0_2147_-schule-internat-gaienhofen-erhaelt-zuspruch.htmlHighnoon auf der Höri: Kirche beschließt über Internat Gaienhofen8. September 2010 wak Kurz vor Ende der Ferien fällt Stiftungsrat Entscheidung über Aus für die Internatsschule Gaienhofen. Beim Kampf um die Internatsschule auf der Höri ist die letzte Runde eingeläutet. Am Donnerstagabend, 9. September, entscheidet der Stiftungsrat endgültig über die Schließung des Internats in Gaienhofen. Die mehr als 600 Gegner der Schließung, unter ihnen viele Altschüler, zweifeln an der Rechtmäßigkeit der Abstimmung. Bei der ersten hatten die Befürworter der Schließung nicht die erforderliche Zahl der Stimmen erhalten. Die Zweidrittelmehrheit wurde bei der ersten Abstimmung verfehlt. Auf der Höri geht es auch darum, welches Gesicht die Kirche ihren Mitgliedern und der Gesellschaft zeigt: Möchte sie in Zukunft nur noch Profitcenter sein?Zwei sich widersprechende Rechtsgutachten„Wir haben ein Rechtsgutachten vorgelegt“, sagte der Konstanzer Museumsdirektor Tobias Engelsing, der für sich und die Ehemaligen spricht. „Die Vorgehensweise ist rechtswidrig“, so Engelsing. Zumindest kam das Gutachten zu diesem Ergebnis, das die Ehemaligen erstellen ließen. Der Oberkirchenrat wolle dem Gutachten in Karlsruhe ein eigenes entgegen stellen, heißt es. Das besage, dass es rechtmäßig sei, die Abstimmung zu wiederholen.Kirche als ProfitcenterDoch Gutachten hin oder her: Nicht akzeptieren möchten die Gegner der Schließung, dass in der Landeskirche offenbar ein tiefgreifender Richtungswechsel hin zu unbedingter Wirtschaftlichkeit der Teilgliederungen und zugehörender Institutionen stattgefunden habe. Diesen Maßstab, so werfen es die Ehemaligen der Kirche – namentlich Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht – vor, lege die Kirche auch an die Internatsschule Schloss Gaienhofen an. Doch die Kirche sei nun einmal kein Profitcenter, sagen die Ehemaligen. Wenigstens wollen sie es nicht wahr haben. Die Kirchenoberen ihrerseits beklagten sich gegenüber den Altschülern mittlerweile über die Kampagne für den Erhalt des Internats. Sie fürchten offenbar einen Imageschaden.Masterplan der EhemaligenEin Masterplan geht davon aus, dass sich das Internat mit 90 Schülern rechnen könnte. Früher waren es 200. Heute sind es noch 60. Bis 2016 könnte die Bildungsstätte ohne kirchliche Zuschüsse auskommen. Zufrieden geben würden sich die Unterstützer des Internats aber bereits mit einer zweijährigen Testphase, in der sie beweisen möchten, dass die Trendumkehr zu schaffen sei. Sollte die Kirche nicht auf die Vorschläge der Ehemaligen eingehen und sich für die Schließung entscheiden, wäre noch eine rechtliche Auseinandersetzung möglich. Einige Ehemalige haben bereits angekündigt im Falle einer Schließung aus der Kirche auszutreten.http://www.see-online.info/20355/highnoon-auf-der-hoeri-kirche-entscheidet-ueber-internat-gaienhofen/Höri WocheFreundes- und Förderkreis der ev. Internatsschule Schloss GaienhofenLiebe Bewohner der Höri, die Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche hat auf satzungsrechtswidrige Weise mit nur einer Stimme Mehrheit (statt der satzungsgemäßen Zweidrittelmehrheit) versucht, die Internatsschule zum Schuljahr 2012/13 zu schließen. Der Antrag ist gescheitert, doch eine Wiederholung ist beabsichtigt. Im vergangen Jahr wurde ein ehrgeiziges und zugegebenermaßen risikobehaftetes, aber überzeugendes neues Konzept der Schulleitung und des Schulausschusses (früher Verwaltungsrat) für eine wirtschaftliche und pädagogische Zukunft der Internatsschule mit Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium und einem neuen Realschulzweig entwickelt. Dieses stichhaltige Konzept, das wir eingehend geprüft haben, wollen wir unterstützen. Wir appellieren derzeit an den Stiftungsrat, den Landesbischof und an die Synode, an Gaienhofen und der diakonischen Aufgabe der Internatserzeihung festzuhalten und der Internatsschule eine Chance auf die Zukunft zu geben. Diesen Appell haben wir mit handfesten Angeboten zur Unterstützung durch unsere Altschülervereinigung untermauert. Bitte tragen Sie das Anliegen 'Pro Internatsschule Gaienhofen' durch Ihre Unterstützung mit, damit die Verantwortlichen in Kirchenleitung und Synode sehen, dass Gaienhofen nicht alleine steht, sondern von den Anwohnern der Höri und einem weltweiten Netzwerk mit getragen wird! Schreiben Sie uns eine Email an info@freundeskreis-gaienhofen.de mit Ihrem Vorname, Name, ggf. Titel, Beruf/derzeitige Tätigkeit, Wohnort oder rufen Sie uns unter 07732-4580 oder 07735-938502 an, dann fügen wir Ihren Namen einer Unterstützerliste zum Appell bei, den wir vor der kommenden Sitzung noch einmal an die Verantwortlichen senden werden. Bitte leiten Sie diesen Aufruf an interessierte Internatsbefürworter weiter. Wir möchten möglichst viele Anwohner der Höri und Freunde Gaienhofens erreichen. Wir brauchen ein deutliches Zeichen, bitte machen Sie mit! Mit herzlichen Grüßen an Sie alle, die Ehrenvorstände und die aktuellen Vorstände des Freundes- und Förderkreises der ev. Internatsschule Schloss Gaienhofen: Dr. Tobias Engelsing Michael Veeser Michael Blank Dr. Patrick Cettier Marc Wallaschek Sebastian Barth
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Schließung des Internats in Gaienhofen
Ehrenvorstand und Vorstand
12. September 2010
Liebe Ehemalige, Förderer und Freunde der Internatsschule Schloss Gaienhofen,leider müssen wir Euch heute mitteilen, dass der Stiftungsrat der Evangelischen Schulstiftung…
Liebe Ehemalige, Förderer und Freunde der Internatsschule Schloss Gaienhofen,leider müssen wir Euch heute mitteilen, dass der Stiftungsrat der Evangelischen Schulstiftung in Baden am 9. September 2010 die Schließung des Internats im Schuljahr 2012/13 beschlossen hat. Die Mehrheitsverhältnisse der Abstimmung waren erdrückend: 9 Stimmen waren für die Schließung, der anwesende Gaienhofener Stimmberechtigte, Prof. Dr. Andreas Bertsch, stimmte dagegen, ein weiteres Mitglied, Herr Merkel, befand sich in einer Klinik und konnte nicht vertreten werden.In seiner Pressemitteilung teilt der Evangelische Oberkirchenrat mit, man habe die Schließung des Internats beschlossen, wolle aber die zusätzliche Gründung einer evangelischen Realschule als Ergänzung des schulischen Angebots in Gaienhofen verfolgen.Der Vorsitzende der Stiftung, Oberkirchenrat Prof. Dr. Christoph Schneider-Harpprecht, gab als Gründe für die Schließung die nach seiner Überzeugung „unsicheren wirtschaftlichen Perspektiven“ sowie die „zur Weiterführung des Internats notwendigen Investitionen in Millionenhöhe“ an, die eine Weiterführung „nicht realistisch erscheinen ließen“, wie es in der Pressemeldung heißt.Zudem hätten „jahrelange Bemühungen um eine bessere Auslastung des Internats“ keinen Erfolg gebracht. Wir halten, wie Ihr aus unseren Appellen, Analysen und zahllosen Gesprächen mit vielen von Euch wisst, bei aller Klarheit über die wirtschaftliche Lage manche dieser Darstelllungen für unredlich. Aus unserer Wahrnehmung des gesamten Komplexes hat sich die Kirche grundsätzlich von der evangelischen Internatserziehung und damit von einem bisher bedeutsamen Element ihres diakonischen Auftrags verabschiedet. Die knapper werdenden Kirchensteuermittel will die Kirche lieber für Neugründungen vor allem von Grund- und Realschulen in den Ballungszentren Freiburg-Karlsruhe-Heidelberg-Mannheim einsetzen. Für diese Neugründungen werden Mittel in Millionenhöhe bereit gestellt, keine dieser Neugründungen hat ihre Wirtschaftlichkeit bislang nachweisen müssen. Gaienhofen aber, so der Vorsitzende des Stiftungsrats, Prof. Dr. Badenhoop aus Mannheim, in einem über unsere Rettungsversuche und konkreten Hilfsangebote empörten Brief an die Stiftungsräte, sei ein „Fass ohne Boden“, aus dem „ohnehin quantitativ zu wenig Wein fließen wird“. Der Umstand, dass Herr Badenhoop selbst Kinder in einer der Schulen der Stiftung hatte, macht seine einseitige Argumentation vielleicht verständlicher, aber keinesfalls zutreffender. Wir wollen jedoch die Lage in Gaienhofen nicht schön reden. Sie ist ernst, und nicht wenige meinen, es sei eben schon 5 nach 12 gewesen, als wir alarmiert und eingeschaltet wurden: Die Internatsbelegung ist ohne Zweifel völlig unbefriedigend und es wurden seit Jahren Unterlassungssünden etwa in Bezug auf die pädagogischen Konzepte, eine professionelle Vertriebsorganisation und eine kontinuierliche Marktbearbeitung begangen, um nur einige Punkte zu nennen. Doch für diese Defizite tragen auch der Oberkirchenrat und die Stiftung eine Mitverantwortung, die gerade aus unseren Reihen jahrelang auf nötige Zielsetzungen und Maßnahmen hingewiesen, ja geradezu beschworen wurden, aber nahezu jede Initiative in dieser Richtung ausbremsten. Den nun erhobenen Vorwurf des überwältigenden Investitionsstaus geben wir an die Stiftung zurück: Seit dem Beitritt Gaienhofens zur Stiftung 2002 wurden die damals zugesagten Investitionen zum Bauunterhalt geschoben, der Verwaltungsleiter vertröstet: Gaienhofen komme später dran – so hieß es immer wieder. Nun, da Gaienhofen dran gewesen wäre, sagt man sinngemäß: Ihr würdet uns viel zu viel Geld kosten im Vergleich zu Euerm nur noch mäßigen Erfolg auf dem deutschen Internatsmarkt. Gleichwohl handelt die Kirche mit ihrem Schließungsbeschluss gegen die teuren Gutachten, die sie selbst noch vor kurzer Zeit in Auftrag gegeben hat, um Wege in eine wirtschaftlich wieder bessere Zukunft der Internatsschule aufzuzeigen. Uns drängte sich immer mehr der Eindruck auf: Die Ergebnisse und Perspektiven des „Masterplans“ waren politisch nicht willkommen, das Ende des Internats längst beschlossene Sache. Da halfen alle Angebote von Ehemaligen, Eltern und Abgeordneten nichts mehr.Vor diesem Hintergrund waren auch unsere rechtlichen Einwände gegen das in Teilen erschreckend autokratisch geführte Verfahren im Stiftungsrat letztlich vergeblich: das von Professor Dr. Bertsch beauftragte und von Prof. Dr. Susanne Engelsing, Hochschule Konstanz, vorgelegte Rechtsgutachten wurde von Oberkirchenrat Schneider-Harpprecht pauschal als „parteiisch“ abgetan. Ein auf den immerhin entstandenen Druck hin in Auftrag gegebenes zweites Gutachten einer Freiburger Kanzlei, das dem Gaienhofener Gutachten nicht rundweg wiedersprach, aber eine Rechtfertigung für das Vorgehen lieferte, wurde den Stiftungsräten am Tag der Sitzung nur mündlich erstattet. Wir halten diese Tatsache für eine weitere fragwürdige Vorgehensweise angesichts der Tragweite der zu beschließenden Anträge. Doch auch hier obsiegte die Machtpolitik: die überwältigende Mehrheit des Stiftungsrats billigte diese Umgangsformen, statt sie zu rügen. Doch auch diese Rechtsfragen überdecken nicht die wahren Verhältnisse: Das Internat Gaienhofen hat wirtschaftliche Probleme und weder die Kirchenleitung noch die Synode stehen noch hinter der 106 Jahre alten Internatstradition am Bodensee. Man muss erkennen, wann ein Kampf verloren ist. Wir haben als Ehemalige und Förderer angeboten, was in unserer Macht und Möglichkeit steht und wir haben um eine Chance gebeten. Die Kirche hat diese Angebote jedoch nicht einmal einer schriftlichen Antwort gewürdigt. Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Professor Badenhoop, bezeichnete unser Engagement in einem Brief an die Stiftungsräte vielmehr als „emotional und politisch gefärbte Störmanöver“ und er riet dem Gremium in der entlarvenden Herrschaftssprache des 19. Jahrhunderts ausdrücklich, sich von „unbotmäßigen Einflüssen“ frei zu machen. Das haben sie getan: Die Internats-Schule Schloss Gaienhofen wird es ab 2013 nach dann 109 Jahren nicht mehr geben.Welche Folgen und satzungsrechtlichen Konsequenzen diese Tatsache für die Zukunft unseres Netzwerkes und unserer internatsbezogenen gemeinnützigen Förderarbeit haben wird, müssen wir sorgfältig prüfen und auf der nächsten Jahreshauptversammlung am 2. Juli 2011 sachlich miteinander beraten.Nun aber danken wir allen, die uns während der sehr anstrengenden vergangenen sechs Wochen persönliche oder institutionelle Hilfe, finanzielle Mittel und öffentliche Unterstützung angeboten und geleistet haben.Auf Wiedersehen beim Ehemaligenfest im Sommer 2011! Herzliche Abschiedsgrüße vom Arbeitsteam der Initiative „Pro Gaienhofen“Dr. Tobias Engelsing, Michael Veeser, Michael Blank Sebastian Barth, Marc Wallschek, Dr. Patrick CettierElfie Cettier(Geschäftsstelle des Freundes- und Förderkreises der Evangelischen Internatsschule Schloss Gaienhofen. e.V.)
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Internatsschule soll Chance bekommen
Südkurier
18. August 2010
Südkurier, 18.8.2010Ehemalige Schüler appellieren an die Landeskirche und bieten mehr Geld für Stipendien an. Gaienhofen – Die traditionsreiche Internatsschule Schloss…
Südkurier, 18.8.2010Ehemalige Schüler appellieren an die Landeskirche und bieten mehr Geld für Stipendien an. Gaienhofen – Die traditionsreiche Internatsschule Schloss Gaienhofen am Bodensee soll weiter bestehen bleiben, zumindest wenn es nach dem Willen der ehemaligen Schüler geht. Rund 250 Altschüler haben einen Appell „Pro Gaienhofen“ unterzeichnet, den sie an die Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden richten, die Träger des Internats ist.Die Kirche, die ihre Zuschüsse an ihre Schulen reduzieren wird, verfolgt das Ziel, das Gaienhofener Internat zum Schuljahr 2012/13 zu schließen und die Einrichtung künftig als reine Regionalschule mit Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium und neuem Realschulzweig weiter zu führen. Gegen diese Schließungsabsicht des Internats wende sich der rund 1000 Mitglieder zählende Altschülerverein. Der Verein begrüße die Erweiterungspläne, kämpfe aber für den Erhalt des Internats und somit das „Alleinstellungsmerkmals“ der Gaienhofener Schule, schreibt der Sprecher der Pro-Gaienhofen-Initiative, der Konstanzer Museumsdirektor Tobias Engelsing, in einer Pressemitteilung.Er hat gemeinsam mit dem Konstanzer Unternehmer Michael Veeser direkte Verhandlungen mit dem Oberkirchenrat geführt. Im Anschluss daran richteten die Ehemaligen nun einen Appell an die Trägerstiftung in Karlsruhe, der Internatsschule eine befristete Chance zur Zukunftssicherung zu geben. Der Vorschlag: „Die Schule würde sich verpflichten, die wegen der wirtschaftlichen Gesamtlage gesunkene Internatsbelegung bis zum Herbst 2011 um etwa 30 Prozent zu steigern. Auch sollen ehrgeizige pädagogische Inhalte eines jüngst erarbeiteten „Masterplans Gaienhofen 2020“ zügig umgesetzt werden.“ Der Ehemaligenverein sagt der Schule im Gegenzug wesentlich höhere Stipendiengelder und eine Reihe von Leistungen für die Internatsschule zu. Den Appell, für den auch weiterhin Unterstützungszusagen gesammelt werden, zeichneten nach Angaben der Initiative bislang namhafte Absolventen des 1904 gegründeten und seit 1946 von der Evangelischen Kirche geführten Internats. So etwa der Herausgeber des Berliner „Tagesspiegel“ und frühere SÜDKURIER-Chefredakteur Gerd Appenzeller, der Sohn des Dramatikers Rolf Hochhuth, Professor Martin Hochhuth, der Berliner Filmemacher Douglas Wolfsperger und zahlreiche Ehemalige aus aller Welt, die ihrer Schule am Bodensee als Förderer noch immer verbunden sind.Die Entscheidung über das Internat wird Anfang September im Stiftungsrat in Karlsruhe fallen. Der Altschülerverein unterhält ein weltweit gespanntes Netzwerk aus ehemaligen Schülern und Förderern und unterstützt das Internat seit Jahrzehnten mit Stipendiengeldern, Berufsberatung und anderer Hilfe.
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Appell an die Schulstiftung
Ehrenvorstand und Vorstand
16. August 2010
Liebe Ehemalige, Freunde und Förderer der Internatsschule Schloss Gaienhofen, wir danken Euch für Eure vielfältigen Schreiben, Anrufe, Mails und Eure…
Liebe Ehemalige, Freunde und Förderer der Internatsschule Schloss Gaienhofen, wir danken Euch für Eure vielfältigen Schreiben, Anrufe, Mails und Eure Zusagen, an einem Rettungskonzept für das Internat materiell und ideell mitwirken zu wollen! Wir brauchen noch weitere Unterstützung, bitte schreibt uns und unterzeichnet den beifolgenden Appell "Pro Gaienhofern" mit - kurze Mail mit Name, Titel, Beruf, Stadt an info@freundeskreis-gaienhofen.de genügt. Die Lage für den Fortbestand der Internatsschule ist ernst, denn die Landeskirche will sich aus der Internatserziehung zurückziehen. Unsere Ehrenvorstände Michael Veeser und Tobias Engelsing sind am 13. August 2013 nach Karlsruhe gereist und haben im Auftrag des Altschülervereins mit dem zuständigen Oberkirchenrat Prof. Dr. Christoph Schneider-Harpprecht über mögliche Zukunftsoptionen trotz der bisherigen Linie der Kirche verhandelt. Dabei konnte eine mögliche Chance für unser Internat aufgezeigt werden, über die nun der Stiftungsrat der Ev. Schulstiftung in Baden erneut zu befinden hat. Den Text des Appells fügen wir bei. Wir haben als Altschülerverein das Möglichste herausverhandelt, nun liegt es an der Landeskirche und an Gaienhofen selbst, für diese letzte Chance zu kämpfen. Wir als Ehemalige jedenfalls stehen bereit, unsere Angebote umzusetzen, wenn Gaienhofen als Internatsschule eine Chance bekommen sollte. Bitte unterstützt uns dann auch durch Eure aktive Mitwirkung! Mit herzlichen Grüßen vom Bodenseedie alten und neuen Vorstände An denVorstand und Stiftungsrat der Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche Baden16. August 2010Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Schneider-Harpprecht, sehr geehrter Herr Dr. Badenhoop,verehrte Mitglieder des Stiftungsrats,mit großer Bestürzung haben wir als Altschüler der Evangelischen Internatsschule Schloss Gaienhofen von der beabsichtigten Schließung des Internats erfahren. Wir waren deshalb sehr dankbar, dass unsere Ehrenvorstände Michael Veeser und Dr. Tobias Engelsing – nach den ersten und teils heftigen Wellen der Trauer und Verärgerung aus dem Kreis zahlreicher engagierter Altschüler – am vergangenen Freitag Gelegenheit hatten, in einem langen und vertrauensvollen Gespräch mit Ihnen, sehr geehrter Herr Schneider-Harpprecht, konstruktive Perspektiven erörtern zu können.Sie haben in diesem Gespräch deutlich gemacht, dass in der Landeskirche ein tiefreichender Richtungswechsel hin zu unbedingter Wirtschaftlichkeit der Teilgliederungen und zugehörender Institutionen stattgefunden habe. Diesen Maßstab legen Sie auch an die Internatsschule Schloss Gaienhofen an, deren Belegungszahlen in den vergangenen Jahren auch für uns als unterstützende Ehemalige nicht mehr befriedigend waren. Wir übersehen als kritisch-solidarische Begleiter unserer alten Internatsschule auch nicht, dass angesichts des unbestreitbar härter umkämpften Internatsmarktes in Gaienhofen nötige pädagogische Reformen, neue Konzepte und Vertriebsanstrengungen bislang nicht im erforderlichen Umfang angepackt wurden. Zugleich sind uns als Förderern und Mäzenen der Internatsschule aber auch die augenscheinliche Vernachlässigung der Internatsschule in Fragen des Bauunterhalts und die fehlende Unterstützung des Trägers in Fragen des Vertriebs und der Werbung aufgefallen. Doch nun haben angesichts der ultimativen Forderung nach mehr Wirtschaftlichkeit die Schulleitung, die Verwaltung und die Gremien der Schule endlich die Zeichen der Zeit erkannt und auf der Basis Ihres Auftrags einen „Masterplan Gaienhofen 2020“ erarbeitet. Dieser Masterplan, der uns überzeugend präsentiert wurde, belegt für uns eindrucksvoll: Gaienhofen kann es als Internatsschule schaffen, wenn sich Stiftung, Verantwortliche und Mitarbeiterschaft vor Ort auf den Geist der evangelisch geprägten Bildungsarbeit besinnen und ihn wieder leben. Einen Geist, der dieses Internat über Jahrzehnte prägte und auszeichnete. Unter anderem mit einem in naher Zukunft neu einzurichtenden Realschulzweig und einer sofort umsetzbaren pädagogischen Konzeption, die neben verbindlichen Engagements und klarer Wertevermittlung auch wieder mehr Mut zum gelebten Glauben zeigt, können neue Kundenkreise gewonnen werden. Die Internatsschule Schloss Gaienhofen erfreut sich nach wie vor eines traditionsreichen Rufs und sie bietet auch durch ihren herausragend schön gelegenen Campus direkt am Bodensee alle Möglichkeiten, sich auf dem hart umkämpften Internatsmarkt wieder besser positionieren zu können. Das neue Konzept des Masterplans erfüllt sogar ausdrücklich die harte und durchaus diskussionswürdige Vorgabe des Stiftungsvorstands, Gaienhofen müsse ab 2016 auf kirchliche Zuschüsse komplett verzichten können und sich selbst tragen. Dass dieses Konzept nur mit außerordentlichem Engagement der Schul- und Internatsleitung sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich sein, kann, darüber sind sich alle Beteiligten im klaren. Sie erklären, wovon wir uns selbst in mehreren Gesprächen überzeugt haben, ihre unbedingte Bereitschaft hierzu. Die Ehemaligen des Altschülervereins glauben Schulleitung und Mitarbeiterschaft und sind ihrerseits bereit, konkrete Beiträge dazu zu leisten. Die Mehrheit des Oberkirchenrats, des Landeskirchenrats und des Stiftungsrats sind, wie Sie uns, verehrter Herr Schneider-Harpprecht, berichteten, jedoch der Auffassung, die Internatsschule Schloss Gaienhofen werde es nicht schaffen, ihren Masterplan umzusetzen. Deshalb solle die insgesamt 106 Jahre währende Internatstradition (wovon 64 Jahre evangelische Internatspädagogik waren) jetzt beendet werden. Sie haben uns auf unsere nachdrückliche Bemühung hin aber auch signalisiert, verehrter Herr Schneider-Harpprecht, dass das Vorliegen „glaubwürdiger Argumente“ für ein deutliches Ansteigen der Internatszahlen im Stiftungsrat eine Chance eröffnen könnte, die Schließungsabsicht vorübergehend nicht aktiv weiter zu verfolgen, sondern erst in einem Jahr zu überprüfen. Dieses Signal begrüßen wir sehr! Sie würden sich überdies damit keine Option vergeben: Der landeskirchliche Haushalt wird erst im Herbst 2011 beraten und beschlossen, ein neu und mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit aller Stimmberechtigten gefasster Schließungsbeschluss wäre dann möglich und könnte immer noch auf 2012/13 wirksam werden. Allerdings dürfte er, entgegen Ihrer Absicht, sehr geehrter Herr Schneider-Harpprecht, auch keinesfalls früher gefällt werden: Denn dann stünden nach einfacher Logik alle werblichen und vertriebsseitigen Bemühungen, die Internatsbelegung zu steigern, unter dem negativen Marktsignal der öffentlich erneut erklärten Schließungsabsicht. Würden Sie, verehrte Stiftungsmitglieder, Gaienhofen aber eine zeitlicht befristete letzte Chance geben, dann sollte es Schulleitung, Mitarbeitern, Eltern, Förderern und Ehemaligen in einer großen gemeinsamen Anstrengung gelingen, ein ehrgeiziges Ziel zu realisieren, das Sie als „glaubwürdiges Argument“ akzeptieren könnten:Die Internatsschule würde sich verpflichten, die jetzt bei etwa 60 Internatschülerinnen und Schülern liegende Belegung bis zum Herbst 2011 auf die Zielgröße von etwa 75 Schülerinnen und Schüler zu steigern. Für diese Option wollen wir Sie gewinnen und um diese Chance für Gaienhofen wollen wir Sie herzlich bitten!Dieser erste Schritt sollte ohne wesentliche zusätzliche Investitionen durch die Stiftung zu schaffen sein. Nur das GA II-Haus muss durch Schönheitsreparaturen unverzüglich aufgewertet werden. Mit erreichter Steigerung der Belegungszahlen müsste dann der Masterplan inklusive einiger unstrittig nötiger und lange zugesagter Bauinvestitionen Zug um Zug umgesetzt werden, um die Zielvorgabe nachhaltiger Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Wir appellieren an Sie, verehrte Mitglieder der Stiftung: Geben Sie Gaienhofen eine faire und zeitlich realistische Chance, seine Zukunftsfähigkeit als evangelische Internatsschule und ausgezeichnete Bildungseinrichtung zu belegen. Glauben auch Sie an die Notwendigkeit einer christlich geprägten Internatspädagogik gerade auch für Kinder, die ein „zweites Zuhause“ brauchen. Viele von uns, die seit 1946 dieses Internat besucht haben, fanden dort Ermutigung und Stärkung der eigenen Fähigkeiten, eine exzellente Bildung und menschliche Vorbilder. Wir entwickelten in besonderem Maße Leistungsbereitschaft und die Fähigkeit zur Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung. Wir fanden Freunde fürs Leben und knüpften in über sechs Jahrzehnten Internatsgeschichte ein wertegebundenes Netzwerk, das heute über die ganze Welt reicht. Dieses Netzwerk ist für die Internatsschule Gaienhofen noch immer ein verlässlicher Partner. Dazu stehen wir auch jetzt in der Stunde der äußersten Existenzgefährdung: Wenn sich die Schulstiftung dazu entschließt, der Internatsschule Gaienhofen eine befristete Chance zur Umsetzung des optimierten Konzepts zu geben, werden auch wir Ehemalige tatkräftige Beiträge dazu leisten: So werden wir – vorbehaltlich der zuversichtlich erwartbaren Genehmigung durch unsere Mitgliederversammlung - Stipendiengelder für Internatsschüler auf die Dauer von zunächst 3 Jahren in Höhe von mindestens 100.000 Euro zur Verfügung stellen. Diese Stipendien werden im Rahmen des bis heute von Ehemaligenspenden getragenen „Otto-Dix-Stipendienfonds“ ausgeschrieben, beworben und zügig mit der Schulleitung vergeben. Die aktuellen Unterstützungszusagen nutzend werden wir bei unseren Mitgliedern in einer großen Solidaritätsaktion zusätzliche Mittel einwerben, die unmittelbar der Arbeit im Internat zugute kommen können. Wir entwickeln und realisieren gemeinsam mit der Kommunikationsagentur der Schule eine personalisierte Internatswerbekampagne unter Einsatz „gestandener“ Gaienhofener Ehemaliger (siehe beifolgende Unterstützerliste).Erfahrene Praktiker aus dem Kreis der Ehemaligen stellen sich in der Realisierungsphase des neuen Konzepts und im ökonomischen Konsolidierungskurs kostenlos als prozessbegleitende Berater zur Verfügung. Wir werden das in Kürze beginnende Europa-Stipendium und das bereits erfolgreich laufende Guilford-Stipendium weiterhin finanziell unterstützen. Wir richten auch weiterhin für jede Oberstufe die Studien- und Berufsberatung „Zukunftsforum“ als intensives Wochenendseminar der Ehemaligen für heutige Schülerinnen und Schüler aus.Die geplanten Schwerpunkt-Arbeitsgemeinschaften („Gilden“) im Rahmen des neuen Internatskonzepts werden von einschlägig engagierten und vorerfahrenen Ehemaligen und vom Verein gefördert und unterstützt werden.Wir werden weiterhin berufsorientierende Praktika, Starthilfen und die Aktion „Gaienhofener in aller Welt“ als Anlaufstation für künftige Absolventinnen und Absolventen anbieten, vermitteln und unterstützen. Jüngere Internatsehemalige stehen künftig an Eltern-Informationstagen als „Testimonials“ für Orientierungsgespräche mit potenziellen Internatsschülerinnen und Internatsschülern zur Verfügung.Die fast 1000 im Altschülerverein versammelten Gaienhofener aus aller Welt bitten und appellieren an Sie: Stehen Sie zum Satzungszweck und damit zur Verfassungsurkunde der Schulstiftung und tragen Sie das Gaienhofener Internat weiter mit. Unterstützen Sie die Schulleitung und die Gremien in ihrem Bemühen, der traditionsreichen Internatsschule eine pädagogisch überzeugende und ökonomisch tragfähige Zukunft zu eröffnen! Vorstand und Ehrenvorstand grüßen Sie freundlich im Namen der Mitglieder der Altschülervereins Dr. Tobias Engelsing, Museumsdirektor, Konstanz,Michael Veeser, Unternehmer, Konstanz Michael Blank, Bankkaufmann, London Dr. Patrick Cettier, Bankier, LausanneSebastian Barth, stud. phil, St. GallenMarc Wallaschek, stud. phil., KonstanzDie seit dem 09. 08. 2010 aufliegende offene Unterstützerliste „Pro Internatsschule Gaienhofen“ wurde bis zum Stand 09.09.2010von folgenden Ehemaligen, Förderern, Eltern und mit der Internatsschule verbundenen Personen unterzeichnet:Die Liste der Unterzeichner des Appels ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht mehr online abrufbar.
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Internatsschließung:
Stellungnahme des Vorstands
Ehrenvorstand und Vorstand
20. Juli 2010
Liebe Mitglieder, liebe Ehemalige und Freunde der Internatsschule Schloss Gaienhofen, die überraschende und, wie wir inzwischen erfahren haben, sehr knapp…
Liebe Mitglieder, liebe Ehemalige und Freunde der Internatsschule Schloss Gaienhofen, die überraschende und, wie wir inzwischen erfahren haben, sehr knapp ausgefallene Entscheidung des Stiftungsrats der Evangelischen Schulstiftung in Baden, unser Internat in Gaienhofen zu schließen, hat uns alle erschüttert. Auch deshalb, weil die Schulleitung jüngst mehrere Konzepte vorgelegt hat, wie sich die Internatsschule in Zukunft unabhängiger von kirchlichen Zuschüssen entwickeln könnte. Am Ende aber scheint die Schulstiftung, deren Gremien auch von Vertretern der internatslosen Schulen in Heidelberg und Mannheim mitbestimmt werden, aus verschiedenen Motiven das Interesse an der Internatsschule Schloss Gaienhofen verloren bzw. keine Zukunft mehr gesehen zu haben. Über Eure zahlreichen und sehr engagierten Reaktionen und Stellungnahmen freuen wir uns sehr, denn sie signalisieren uns, dass rund 1000 Ehemalige diesen Entscheid nicht ohne Gegenwehr hinnehmen wollen. Derzeit überlegen die heutigen und die alten Vorstände des Altschülervereins (Michael Veeser, Tobias Engelsing, Michael Blank, Patrick Cettier, Sebastian Barth, Marc Wallascheck) mit anderen Gremien der Schule und der Politik, ob die Ehemaligen, ihr Verein, Elternvertreter, politische Gemeinde und die Gremien der Internatsschule etwas tun könnten, damit die Internatsschule Schloss Gaienhofen auch nach 2012/13 weiter bestehen könnte. Dabei wird es entscheidend darauf ankommen, ob die Internatsschule auch selbst als attraktives, pädagogisch glaubwürdiges Internat am hart umkämpften Internatsmarkt bestehen will und der Landeskirche ein pädagogisch wirklich überzeugendes, finanziell darstellbares und letztlich marktfähiges Internatskonzept präsentiert werden könnte. Forderungen, Kritik und Klagerufe alleine helfen nicht. Wir sagen das ganz deutlich: Alle genannten Gremien und die Internatsschule selbst müssten ganz außerordentliche Anstrengungen auf sich nehmen, damit die Schulstiftung ihren mit einer auch stiftungsrechtlich fragwürdig knappen Mehrheit gefällten Schließungsbeschluss überdenkt und gemeinsam mit den Gaienhofener Gremien noch einmal über Alternativen berät. Bitte gebt uns etwas Zeit, die Lage zu prüfen und Gespräche zu führen. Und wer konkrete Beiträge leisten will, möge sich bei uns melden! Herzliche Grüße aus Gaienhofen Der alte und neue Vorstand des Freundeskreises:Tobias Engelsing, Michael Veeser, Michael Blank, Patrick Cettier, Sebastian Barth, Marc Wallascheck
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Seit 100 Jahren die Schule von morgen
Frank van Bebber
10. Juni 2004
Das evangelische Gymnasium Schloss Gaienhofen war einst Deutschlands erstes Reforminternat
Die Internatsschule Schloss Gaienhofen am Bodensee reformiert seit 1904 den…
Das evangelische Gymnasium Schloss Gaienhofen war einst Deutschlands erstes Reforminternat
Die Internatsschule Schloss Gaienhofen am Bodensee reformiert seit 1904 den Unterricht. Es gibt Trimester, Sozialpraktika, kleine Klassen. Gerade hat die kirchliche Schule ein neues Fach erfunden.
Von Frank van Bebber
Ein bisschen empört klingt der Abiturient Florian Fladerer, 19: „Hier wird alles dagegen getan, sich ein exklusives Image aufzubauen." Mit dem Nobelruf anderer Internate will sich die Schule Schloss Gaienhofen am Ufer des Bodensees aber gar nicht messen.
„Der Mensch steht im Mittelpunkt", sagt der Schulleiter Dieter Toder. Er und seine knapp 50 Lehrerkollegen machen statt mit dem Scheckheft mit der Bibel Schule. Es geht nicht um Frömmelei, sie schicken zum Beispiel ihre Elftklässler für zwei Wochen in Altenheime und Krankenhäuser. „Wir wollen nicht nur auf die glänzende Welt vorbereiten, sondern auch darauf, wenn Menschen in Not sind", sagt Toder.
Seit 58 Jahren betreibt die evangelische Kirche die Internatsschule auf der idyllischen Höri in der Nähe von Radolfzell. Doch die Gaienhofer Schule besteht diesen Mai 100
Jahre. 1904 hatte sie die Landerziehungsheimbewegung als erstes deutsches Reforminternat für Mädchen eröffnet. „Eine radikal fortschrittliche Bildungsstätte", erinnert man an die Anfänge, „weg von der strengen Paukschule des deutschen Kaiserreichs hin zu mehr Sport, Gemeinschaftserleben, praktischem Lernen." Diesen Anspruch hat die nun kirchliche Schule bis heute. „Wir sind bei der Schulentwicklung vornedran", sagt Toder.
In der Unterstufe gibt es ein Schlichterprogramm für Streitfälle. Fünft- und Sechst-klässler besprechen ihre Probleme in Morgenkreisen. Die Schüler der Klassen neun bis elf haben gemeinsam Sportunterricht. Ein eigener Kantor leitet Chor und Orchester. Compu-terraum und Auslandsaustausch sind selbstverständlich. Nach den Aktivitäten am Nachmittag, von Rudern bis Malen, betreuen Lehrer die Schüler bei den Hausaufgaben. Dank einer Mensa ist Ganztagsbetrieb möglich. Vom ADAC trainierte Schüler fahren Mitschüler im Kleinbus herum.
Das Gelände mit Seeblick ist größer als bei staatlichen Schulen, dafür sind die Klassen kleiner, der Schnitt liegt bei 24 Schülern. Statt Halbjahren gibt es Trimester. „Das heißt, Eltern und Schüler bekommen öfter Rückmeldung", sagt der Schulleiter. Für die
Lehrer bedeutet das mehr Zeugniskonferenzen. Doch solches Engagement wird hier erwartet. Schließlich finanziert die Kirche mehr Stellen als vorgeschrieben.
Das Schulgeld beträgt 100 Euro im Monat, im Internat 1220 Euro. Doch nur 76 der 547 Schüler wohnen im Internat, die übrigen kommen aus der Region. Und die Katholiken sind auf der evangelischen Schule knapp in der Mehrheit. Die Kirche hat Gaienhofen 2002 in eine Stiftung eingebracht, um den Betrieb zu sichern. Oberkirchenrat Michael Trensky von der badischen Landeskirche hält die Schule für „ein lebendiges Zeichen, dass Kirche Schule machen soll".
Nächstes Jahr will die Schule kirchliche Tradition mit 100 Jahren Reformübung „verbinden: Sie hat beim Oberschulamt die Erlaubnis für ein von ihr entwickeltes Fach beantragt. In „Wirtschaft und Verantwortung" sollen Oberstufenschüler etwas über Markt und Moral lernen. Ein Konstanzer FH-Professor für Wirtschaftsethik hat den Lehrplan mitgeschrieben. Und weil man immer noch ein wenig mehr macht, ist Unterrichtssprache Englisch. Eine so reformfreudige Schule sei „anstrengend für die Schüler", räumt Toder ein, nicht alles finde Beifall, „aber sie haben auch mehr Möglichkeiten".
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Wer glaubt denn schon an Geister?
Gerd Appenzeller
08. Juni 2004
Bis auf das Schlossgespenst ist die Internatsschule Gaienhofen am Bodensee ganz von heute
Von Gerd Appenzeller
Warum ich 1955 von…
Bis auf das Schlossgespenst ist die Internatsschule Gaienhofen am Bodensee ganz von heute
Von Gerd Appenzeller
Warum ich 1955 von Berlin aus in einem Internat am Bodensee gelandet bin? Nun ja, ich war fast ein Einzelkind. Mein kleiner Bruder (Entschuldigung, Keule) ist zwar inzwischen auch 51, aber damals war er eben eins, und ich elf. Da fängt man nicht so extrem viel miteinander an. Gaienhofen, das war von Berlin aus so ziemlich der fernste Punkt auf deutschem Boden. Wenn ich drei Mal im Jahr zu Ostern, Weihnachten und im Sommer nach Hause durfte, war das jeweils eine Weltreise. Vor 50 Jahren wunderte sich aber niemand, wenn elfjährige Kinder alleine 15 Stunden im Zug unterwegs waren und dabei zwei Mal umsteigen mussten.
Eines weiß ich mit Sicherheit: Ich habe darunter nicht gelitten. Ich kann mich nicht erinnern, jemals Heimweh gehabt zu haben. Schließen Sie daraus bitte nicht auf ein defektes Elternhaus, keine Spur davon. Mir hat's im Internat einfach gefallen. Die Gemeinschaft muss gut funktioniert haben, und das ist auch die einzige "Überlebenschance". Wenn es keine Eltern gibt, hinter denen man sich verstecken kann, und keine Lehrer, hinter denen man sich verstecken will, muss man eigene Konfliktlösungsstrategien entwickeln. Man kann sich schließlich nicht dauernd hauen. Heute gibt es dafür in Gaienhofen Mediatoren, Schülerinnen und Schüler, die gelernt haben, wie man Streit schlichtet und einen Interessenausgleich entwickelt. Instinktiv haben wir das damals schon so gemacht. Es hat den Vorteil, dass man schneller erwachsen wird und sich selbst zu organisieren lernt. Wer einmal im Internat gelebt hat, ist nicht mehr elternhaustauglich.
Bei mir waren es acht Jahre, von 1955 bis zum Abitur 1963. Darf ich es da überhaupt noch wagen, über Gaienhofen heute zu schreiben? Ja, denn ich bin zum Beispiel einer der über 900 Ehemaligen, die sich in einem Freundeskreis organisiert haben, für die Schule Spenden sammeln und sich immer noch dafür interessieren, was da läuft. Auch 40 Jahre nach dem Abi.
Es ist eine evangelische Internatsschule. Die Erziehung will ein christliches Menschenbild vermitteln, der Gottesdienstbesuch am Sonntag ist Pflicht, die Mitarbeit der Jugendlichen bei den Andachten unter der Woche gefordert. Die Mehrheit der 547 Schülerinnen und Schüler ist heute katholisch, Gaienhofen liegt aus der Sicht der Protestanten in der Diaspora. 450 Schüler wohnen nicht im Internat, sind also Externe aus der Umgebung. Warum gehen sie nicht auf ein staatliches Gymnasium? Weil es in Gaienhofen kleine Klassen gibt (bis 24 Kinder), am Nachmittag eine Hausaufgabenbetreuung durch Lehrer, und weil es eine moderne, überaus vielfältige Schule ist. Musik, Rudern, Segeln, Reiten, Tennis, Kunst, Feuerwehr, Malteser Hilfsdienst, Fahrdienste der größeren Schüler für die kleineren, soziales Engagement – das alles macht Gaienhofen „besonders“. Dazu gehört auch, dass das Schulgelände am Ufer des Bodensees im Frühling, Sommer und Herbst landschaftlich einfach traumhaft schön ist.
„Charakterbildung“, ein altes Prinzip der Landschulheimbewegung wird ernst genommen – das erste Internat im alten Schloss Gaienhofen wurde 1904 gegründet, auf diese Tradition beruft sich die Schule heute mit Stolz.
Aus manchem könnte man schließen, Gaienhofen sei eine „Wohlstandslümmelbewahranstalt“, in der die Kinder reicher Eltern dem Abitur entgegen gepampert werden. Aber das war und ist falsch. Zahlreiche Stipendien garantieren, dass diese Schule offen für lernwillige Kinder aus allen sozialen Schichten ist. Der volle Internatspreis von 1220 Euro ist nämlich ein ziemlicher Brocken. Auch Externe zahlen Schulgeld – 100 Euro pro Monat.
Bildung im klassischen Sinne ist selbstverständlich. Und das strenge baden-württembergische Zentralabitur gilt auch in Gaienhofen – beides lässt Faulenzern keine Chance. Neben Sprachen und Naturwissenschaften haben die Lehrplangestalter die Ökonomie im Blick: Ein Kursus „Verantwortung und Wirtschaft“ läuft bilingual in Deutsch und Englisch.
Das einzige an Gaienhofen, was nicht auf der Höhe der Zeit ist, dürfte das Schlossgespenst sein. Aber wo das seinen Geheimgang hat, wissen eh nur wir „Alten“.
Gerd Appenzeller, 61, besuchte von 1955 bis 1963 das Internat Gaienhofen am Bodensee. Heute ist er der Redaktionsdirektor des Tagesspiegels
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Beachvolleyballfeld
als Jubiläumsgeschenk
Vorstand, Südkurier
26. Mai 2004
Beim Festakt zur Feier der 100-jährigen Internatstradition in Gaienhofen am 19. Mai 2004 haben wir im Namen des Freundes- und…
Beim Festakt zur Feier der 100-jährigen Internatstradition in Gaienhofen am 19. Mai 2004 haben wir im Namen des Freundes- und Förderkreises der Internatsschule symbolisch ein Beachvolleyballfeld als Jubiläumsgeschenk überreicht.Erste Ansätze für die Planung eines entsprechenden Platzes gibt es schon und wir hoffen, dass das Projekt möglichst noch diesen Sommer realisiert werden kann.Wir sind uns sicher, dass auch diese großzügige Spende des Freundes- und Förderkreises vielen Schülergenerationen in Gaienhofen dauerhaften Nutzen und Spaß bringen wird und die Schul- und Internatsgemeinschaft durch die neue Einrichtung weiter bereichert wird. ------------------------------------Aus dem Südkurier vom 21. Mai 2004:Schule mit Herkunft und ZukunftInternatsschule Gaienhofen feiert ihr 100-jähriges Bestehen'Soll Kirche Schule machen?' stellte sich Oberkirchenrat Michael Trensky selbst die rein rhetorische Frage, um gleich drauf zu antworten, dass dem selbstverständlich so sei. Denn ohne die Heilige Schrift könne man verantwortliches Handeln nicht vermitteln. VON HANS GASSERGaienhofen - Als Vorsitzender der evangelischen Schulstiftung, zu der das Internatsgymnasium seit August vergangenen Jahres gehört, nutzte er die Festlichkeit, um zu verkünden, dass der kommissarische Schulleiter Dieter Toder nunmehr zum regulären Schulleiter gewählt worden sei. Dieter Toder hatte vor mehr als einem Jahr die Schulleitung übernommen, nachdem sein Vorgänger unerwartet gestorben war.'Kinder können nerven', warf der evangelische Landesbischof Ulrich Fischer dann zu Beginn seiner Predigt ins Rund der Melanchthonkirche. Doch gerade weil sie die Erwachsenen unaufhörlich mit Fragen behelligten, sei die Verantwortung, ehrliche Antworten darauf zu geben, besonders groß. Religiöse Bildung beginne mit den Fragen der Kinder, sagte der Bischof, allerdings sei der christliche Dialog weitgehend aus den Familien verschwunden. Aus diesem Grund müssten christlich ausgerichtete Schulen diese Rolle übernehmen. 'Wer die Erfahrung des Glaubens gemacht hat, ist geradezu verpflichtet, gegenüber anderen Rechenschaft abzulegen.' Die Neugier von Kindern und Jugendlichen müsse durch überzeugende, weil ehrliche Antworten gestillt werden.Gospel und Lobpreis des Schülerchors umrahmten den Gottesdienst, während die Jazz-AG der Schule zwischen den Ansprachen und Vorträgen im Albrecht Dürer-Saal unter anderem Miles Davis zum Besten gab.Evangelischer Schulbund, die Vereinigung der Landerziehungsheime und des Kultusministeriums überbrachten mittels Grußworten Glückwünsche zum Jubiläum des 1904 gegründeten 'Landerziehungsheims für Mädchen', das nach dem Zweiten Weltkrieg von der evangelischen Kirche übernommen wurde.Einen 'Holzweg' nannte Professor Ulrich Herrmann in seinem Festvortrag die Einführung von so genannten Bildungsstandards. Nicht Messen von Leistung auf einer Skala von eins bis fünf solle im Mittelpunkt schulischer Ausbildung stehen. Jeder Schüler müsse das für ihn 'Mögliche und Optimale' erreichen. Wirklich wichtig seien individuelle Förderung, das Erlernen von kritischer Reflexion, ökumenischer Gemeinsamkeit und sozialer Kompetenz. Die Persönlichkeitsentwicklung müsse wieder in den Vordergrund treten, so ähnlich wie es die Gründung des Landerziehungsheims vor 100 Jahren vorsah. 'Gaienhofen weist für eine solche Schule der Zukunft alle Vorraussetzungen auf.'Die Schule habe die Aufgabe, auf die Anforderungen danach vorzubereiten, sagte demgegenüber Günter Reinhart, Leiter des Gymnasialreferats im baden-württembergischen Kultusministerium. 'Ich wehre mich gegen eine Schule der Beliebigkeit.' Auch wenn das in diesem Kreis nicht gern gehört würde, so Günter Reinhart, so brauche man sehr wohl Eliten. Die Schule müsse auch zum Mut zur Verantwortung erziehen.Der seit jeher umtriebige Verein der ehemaligen Internatsschüler überreichte dem Schulleiter Dieter Toder eine Plastikschaufel und einen Volley-Ball - Symbol für einen Beach-Volleyball-Platz, das Jubliläumsgeschenk des Vereins an die auch in sportlichen Belangen recht aktive Schule.Zum Abschluss des Festakts führte die 'Minikantorei' des Gymnasiums den barmherzigen Samariter als Musical auf und strich damit nochmals das für die Gaienhofener Schule so wichtige Ziel des Erlernens von sozialer Verantwortung heraus.
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Auslandspraktikum in London
Benedikt Richter
01. November 2003
Zukunftsforum des Freundes- und Förderkreis als Wegweiser
Man fährt eine gute Stunde vom außerhalb der Stadt gelegenen Flughafen Stansted ins…
Zukunftsforum des Freundes- und Förderkreis als Wegweiser
Man fährt eine gute Stunde vom außerhalb der Stadt gelegenen Flughafen Stansted ins Zentrum Londons und von dort weitere 45 Minuten in den südlichen Stadtteil Brockley, wo ich mit Hilfe eines überalterten Stadtplans schließlich meine Wohnung finde. Genauer gesagt ist es eine Wohngemeinschaft: die nächsten 4 Wochen werde ich mit einem kürzlich promovierten Arzt, einem schottischen Journalisten und einem jungen Amerikaner zusammenwohnen. Arbeiten werde ich im selben Unternehmen wie die beiden Letztgenannten, als Praktikant beim Sport- und Lifestylemagazin „LONDON SPORT“… Das alles passiert im Sommer 2003.
Es gibt viele verschiedene Motivationen für einen Auslandsaufenthalt, und die Form dieses Vorhabens kann sehr variieren. Ob als Weltreise, Sprachurlaub oder Praktikum, man verbessert seine Sprachkenntnisse, lernt Stadt, Land, Leute kennen - in meinem Fall auch das Arbeitsleben -, und genießt ein bisschen Abenteuer beim Einstieg ins selbständige Leben.
Die vage Idee eines Auslandspraktikums entwickelte ich im Laufe der 13. Klasse, wurde jedoch erst richtig aufmerksam auf die mir offenstehenden Möglichkeiten während des diesjährigen Zukunftsforums des Freundes- und Förderkreis, unter anderem im neuerlich angebotenen Workshop „Beruf und Studium im Ausland“ und im Beratungsgespräch mit den beiden Ehemaligen Michael Blank und Patrick Cettier. Mit beiden blieb ich von diesem Zeitpunkt an über eMail in ständigem Kontakt, wir sprachen über meine Vorstellungen und die daraus resultierenden Einsatzmöglichkeiten. Wenige Wochen vor dem Abitur erhielt ich dann schließlich die Nachricht von einem verfügbaren Praktikumplatz bei einem neuen Sportmagazin direkt in der britischen Metropole. Der Flug dorthin war schnell gebucht, preislich dank Ryanair auch im grünen Bereich. Das Hauptproblem bestand darin, eine für den Geldbeutel passende Wohnung zu finden, was in London für Schüler und Studenten schier unmöglich ist. Über den Herausgeber des Sportmagazins fand ich dann jedoch nach wochenlanger Suche endlich jene WG.
Zurück im heißesten Sommer aller Zeiten: In einem Großraumbüro (ohne Klimaanlage) ganz in der Nähe des Bankenviertels arbeite ich zusammen mit 15 netten Sekretärinnen, Redakteuren, Editoren und Werbefachleuten. Die Arbeit ist neu und ungewohnt, doch auf jeden Fall herausfordernd und interessant: man stelle sich vor, gleich am ersten Tag eine Telefonaktion auf Englisch starten zu dürfen. Zusätzlich lerne ich die Tätigkeiten der Marketingabteilung oder die des Redakteurs kennen, arbeite mit Computerprogrammen oder im Internet. Das spannendste sind natürlich die Berichterstattungen vor Ort, ob beim Red Bull Flugtag mit 150,000 Leuten im Hyde Park oder beim Leichtathletik Grand Prix, wo ich mit den großen Stars ins Gespräch komme und ans VIP-Buffet darf. So ein Presseausweis hat schon was!
Entscheidend bereichernd für meine Sprachkenntnisse ist, dass ich den ganzen Tag mit der englischen Sprache konfrontiert bin, und dabei die wichtigste Hürde überwinde, indem ich den Mut gewinne, munter drauf los zu reden. Auch nach der Arbeit und am Wochenende finde ich in Alan, meinem amerikanischen Mitbewohner, einen passenden Gesprächspartner. Er begleitet mich auch manchmal bei meinem ausgiebigen Sightseeing-Programm quer durch London: Big Ben, Tower Bridge, Madame Tussaud’s, Museen, Parks…
Und was wäre London ohne den regelmäßigen Besuch der legendären englischen Pubs; da diese jedoch bereits abends um elf Uhr Sperrstunde haben, wird die Nacht nicht selten in einem der vielen Szene-Clubs fortgesetzt.
Auch mit Michael Blank bin ich viel unterwegs, tagsüber zeigt er mir unter anderem seinen Arbeitsplatz in einem beeindruckenden Bankenkomplex oder Londons einziges Outdoor-Schwimmbad und abends kennt er natürlich die lohnenswerten Partyzentren der Stadt.
In einer späteren Bewerbung auf einen Arbeitsplatz findet sich ein solches Praktikum hoffentlich nicht nur als kleine Randnotiz; tatsächlich birgt es nämlich eine unglaubliche Fülle von Erfahrungen, die jeder auf seine eigene Art und Weise erlebt. Natürlich bedeutet es eine große finanzielle Eigeninvestition, da Schüler und Abiturienten im Praktikum generell nicht bezahlt werden, letztendlich kann ich aber wirklich sagen: es hat sich gelohnt.
Vielen Dank, Michael, für das großartige Engagement, die Mithilfe bei der Planung und natürlich die vielen gemeinsamen und erlebnisreichen Stunden in London.
Benedikt Richter
Anm. d. Red.: Benedikt hat im Juli 2003 Abitur gemacht, arbeitete von Ende Juli bis Ende August 2003 bei London Sport (www.ls-magazine.co.uk) und studiert seit Oktober 2003 Wirtschaftswissenschaften in St. Gallen. Nach den guten Erfahrungen und der engagierten Mithilfe bei London Sport hat der Herausgeber des Magazins schon nach weiteren Praktikanten aus Gaienhofen angefragt.
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Ehemaligenfest 2003 bei schönem Spätsommerwetter sehr gut besucht
Michael Blank, Patrick Cettier
01. November 2003
Meilensteine
Das diesjährige Ehemaligenfest hat in mehrerer Hinsicht Meilensteine für den Freundes- und Förderkreis gesetzt. Ein paar Stichworte:
Zahl der…
Meilensteine
Das diesjährige Ehemaligenfest hat in mehrerer Hinsicht Meilensteine für den Freundes- und Förderkreis gesetzt. Ein paar Stichworte:
Zahl der Gäste: Mit 210 Anmeldungen für den Ehemaligenball am Samstag und 110 Anmeldungen für den Schlossempfang am Freitag hatte das Ehemaligenfest 2003 zweimal mehr vorangemeldete Gäste als im Jahr zuvor. Das brachte die Organisatoren zwar in Bedrängnis mit der Bestuhlung des AD-Saals, doch hat zum Glück das spätsommerliche Wetter für räumliche Entspannung gesorgt.
Italienischer Abend: Soviel Internationalität hat Gaienhofen selten gesehen. Der Schlossempfang am Freitagabend stand unter dem Motto "Italien" und wurde von Frau Vollkammer und Team perfekt vorbereitet. Über 100 Ehemalige erfreuten sich an italienischem Prosecco, Wein und anti pasti, während von Schülern italienische Gedichte und Arien vorgetragen wurden. Wir saßen bis spät in den Abend bei herrlichem Wetter im Schlosshof und mancher Ehemaliger wäre sicher noch länger geblieben, hätten sich die Schlossmädchen nicht über die Ruhestörung beklagt. Nächstes Jahr, so Frau Vollkammer, wird der Abend unter einem neuen Motto stehen... ihre Augen glänzten in Vorfreude. Herr Toder brachte schon erste Gerüchte in Umlauf: Frankreich, Spanien oder doch ein Jazz-Abend - wir dürfen jedenfalls gespannt sein!
Lehrerkollegium: Damit das Ehemaligenfest fürs Lehrerkollegium nicht nur ein Arbeitseinsatz ist haben wir dieses Jahr zum zweiten Mal den Sektempfang für alle Lehrer, Hausleiter und angereiste Ehemalige veranstaltet. Dabei wurde natürlich die Möglichkeit zu Fachgesprächen über neueste Lehrinhalte ausgiebig genutzt...Spaß beiseite! Es kamen erfreulich viele Lehrer und Hausleiter zu dieser Veranstaltung und so haben wir die Hoffnung, dass wir bis zum Ende unserer Amtszeit im Jahr 2050 das gesamte Kollegium begeistern können, zum Ehemaligenfest zu kommen.
Verabschiedung: Im familiären Kreis hielt unser Ehrenvorsitzender Tobias Engelsing eine Dankes- und Abschiedsrede für eine Gaienhofener Institution. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschiedeten wir Antonia Braun, die für viele Generationen von Schülern und Ehemaligen Gaienhofen verkörpert hat und die aus dem Gaienhofener Leben nicht wegzudenken war. Weinend, weil wir sie nach 30 Jahren liebevollem und unermüdlichem Einsatz in den Vorruhestand ziehen lassen müssen, lachend weil wir sie zugleich auch als neuestes Mitglied im Freundes- und Förderkreis willkommen heißen konnten.
Untersee-Bootsfahrt: Ebenfalls zum zweiten Mal fand die Untersee-Bootsfahrt für Stifter des Otto-Dix-Fonds und Interessierte statt. Dabei war es zugegebenermaßen schwierig, die Aufmerksamkeit vom herrlichen Wetter und der schönen Aussicht auf ernste Themen wie dem Ausbau des Stipendiums, der Neugewinnung von Stiftern und der verstärkten Bewerbung des Stipendiums unter neuen Internatsschülern zu lenken. Für die nächsten Monate sollen diese Themen jedenfalls im Vordergrund unserer Arbeit stehen, um dem Otto-Dix-Stipendium zu altem Glanz zu verhelfen.
Jahresversammlung: Trotz herbstlichem Sonnenschein waren einige Ehemalige mutig genug, sich im Musiksaal nicht nur dem Vortrag der neuen Vereinsvorsitzenden sondern auch dem der Ehrenvorsitzenden auszusetzen. Neben dem Bericht über die Entwicklung der Ehemaligenarbeit an der Schule, der Zahl der Vereinsmitglieder, Zusammenarbeit mit den Schülern und der Finanzen standen Neuwahlen auf dem Programm.
Auf Vorschlag vom bisherigen Vorsitzenden, Andreas Naujack, und von Tobias Engelsing wurden von den Mitgliedern der Jahresversammlung einstimmig gewählt: Michael Blank als Vorsitzender und Patrick Cettier als sein Stellvertreter, während Andreas Naujack und Rebecca Weiss weiterhin als Beisitzer im Vorstand tätig sein werden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Andreas, der über die letzten zwei Jahre hinweg als Vorsitzender den Generationenwechsel im Verein begleitet hat und die junge Generation an entscheidenden Stellen effektiv eingewiesen bzw. zurechtgewiesen hat.
Förderungen: Auch wurden wieder eine Reihe vom Freundes- und Förderkreis geförderter Projekte vorgestellt, obwohl von einigen Ehemaligen zurecht bemerkt wurde, dass erstaunlich wenige Neuanträge an den Verein herangetragen wurden. Ein Zeichen von Sättigung? Herr Altmann jedenfalls zeigte Videoclips des Schulalltags, die mit der vom Freundes- und Förderkreis gespendeten Videokamera gedreht wurden und bald auf den Webseiten von Schule und Freundeskreis zu sehen sein werden.
Die anschließende Besichtigung des teilweise renovierten Ruderkellers, im Besonderen des neuen Fensters und der neuen Heizung, brachte manche Ehemalige auf dem Ergometer außer Atem und entfachte somit großen Respekt für die Arbeit der Ruderer. Die Einweihung der neuen Küche im GA2, die ebenfalls vom Freundes- und Förderkreis auf eine Idee von Schülern hin gefördert wurde, brachte u.a. „warme Erinnerungen“ bei Tobias hervor (der Raum war früher Aufenthaltsraum des Mädcheninternats).
Ehemaligenball und Nacht-Cafe: Der Ball war wieder ein voller Erfolg, was u.a. daran gelegen haben soll, dass wir zum ersten mal sturmfrei hatten, da der Interims-Schulleiter Toder auf Studienfahrt in Frankreich verweilte. Auf vielfachen Wunsch haben wir das große Büffet wieder eingeführt, was von unserer Küche hervorragend aufgetragen und von allen anwesenden Gästen sehr geschätzt wurde. Es wurde uns berichtet, dass einige Ehemalige die Wartezeit vor dem Büffet zur Weinprobe genutzt haben sollen, wofür die ausgelesene Weinkarte reichlich Anlass gab. Gewichtszunahmen nach dem Ball waren oftmals auf den exzessiven Verzehr des reichlich vorhandenen Mousse au chocolat zurückzuführen.
Dank der vielen Gäste, besonders der Jubiläumsjahrgänge, war der AD-Saal, die Tanzfläche, die Terrasse und das Nacht-Cafe bis spät in den Abend hinein gut besucht. Nach Veranstaltungsende wurden viele Ehemalige in fröhlicher Laune noch bis 4 Uhr morgens in der Höri-Taverne und anderen Orten gesichtet.
Dank: Unser Dank geht natürlich an die Schule für die hervorragende Organisation und Durchführung des diesjährigen Ehemaligenfests, doch vor allem auch an die vielen Gäste, und – nicht zu vergessen – an Stella, die durch ihr Hochdruckgebiet uns ein unvergessliches Fest ermöglicht hat.
Michael Blank, Patrick Cettier
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Vernetzte Wirtschaft
Michael Blank, Patrick Cettier
01. November 2003
Das Zukunftsforum 2003 wächst weiter
Es war einmal ein Ingenieur, der Psychologie in das Design der Luftfahrt integrieren wollte um…
Das Zukunftsforum 2003 wächst weiter
Es war einmal ein Ingenieur, der Psychologie in das Design der Luftfahrt integrieren wollte um die Touristik attraktiver zu gestalten. Dafür brauchte er zwar keine Architekten, doch natürlich Marketingexperten, die durch geschicktes Eventmanagement und begleitende Maßnahmen der Filmbranche den Bekanntheitsgrad seines Projekts steigerten. Juristen hatten die Rechtslage geklärt, BWLer die Wirtschaftlichkeit, sodass die Finanzierung durch die Banken gewährleistet war. Auch Volkswirtschaftler unterstrichen die Wichtigkeit insbesondere für die Psychologie der schwer gestressten Mediziner. Durch Erholungsurlaube in fernen Landen konnten neue Erkenntnisse in Biologie und Genetik gesammelt werden, die die Pharmabranche in neue Medikamente umsetzte. Diese Erfolge wurden durch Journalisten in Fachzeitschriften aufgegriffen und - in unseren modernen Zeiten - durch Informatiker online veröffentlicht.
Am 15. März 2003 fand wieder das Zukunftsforum des Freundes- und Förderkreises statt. Ohne es genau zu wissen, einigten sich die Organisatoren im Vorfeld darauf, dass dies nun das 9. Zukunftsforum sein muss, um in 2 Jahren das erste runde Jubiläum feiern zu können. Den Trend der vorigen Veranstaltungen konnten wir fortsetzen und noch mehr Workshops in einer erweiterten Zahl von Fachbereichen anbieten.
Nach einem anregenden und bewusst provoziert gehaltenem Einführungsvortrag von Prof. Rosche aus Konstanz, der auch noch später für lebhafte Diskussionen zwischen Schulleitung, Freundeskreisvorstand und Prof. Rosche führte, standen X Referenten in X Workshops aus X Fachbereichen insgesamt X Stunden für Fragen der X Oberstufenschüler zur Verfügung – in jeder Hinsicht eine Mammutveranstaltung.
Zum ersten Mal wurde am diesjährigen Zukunftsforum allen Teilnehmern ein persönlicher Benutzerzugang zur Webseite des Freundes- und Förderkreises (www.freundeskreis-gaienhofen.de) erstellt, welcher den Schülern Zugriff auf die Gelben Seiten online ermöglicht, einem Verzeichnis von ca. 80 Ehemaligen, die sich nach Studienrichtungen, Fachbereichen und Orten sortiert den Schülern für Fragen zur Verfügung stellen.
Wir hoffen, dass die Gelben Seiten weiterhin häufig genutzt werden und sich weitere Ehemalige in das Verzeichnis eintragen und damit unsere Berufsberatungsarbeit unterstützen. Allen Referenten am Zukunftsforum danken wir sehr herzlich für ihren Einsatz für diese wichtige Veranstaltung, die versucht, unseren Abiturienten eine bessere Perspektive zu ihren Zukunftsplänen zu geben und bei der Wahl von Studium und Beruf eine informiertere Entscheidung zu ermöglichen sowie erste wichtige Kontakte zu vermitteln. Das Zukunftsforum ist damit eine der Besonderheiten, die das Internatsgymnasium deutlich von anderen Schulen absetzt.
Den Erfolg des Zukunftsforums und die begeisterte Resonanz auf die es bei Schülern und deren Eltern stößt kann man auch sehr gut daran sehen, dass nach jedem Zukunftsforum der Ruf nach einer häufigeren Wiederholung der Veranstaltung an uns herangetragen wird. Dies haben wir bisher zur Schonung unserer vielen Referenten verhindert, doch denken wir über neue Initiativen zur intensiveren Berufsberatung der Schüler nach.
Michael Blank, Patrick Cettier
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Bericht des Vereinsvorstands
Michael Blank, Patrick Cettier
01. November 2003
Von Fortschritten und Rückschlägen
Das vergangene Jahr wird zwar als ein eher trauriges, mit Rückschlägen übersätes Jahr in die Vereinsgeschichte…
Von Fortschritten und Rückschlägen
Das vergangene Jahr wird zwar als ein eher trauriges, mit Rückschlägen übersätes Jahr in die Vereinsgeschichte eingehen, doch können wir auch einige entscheidende und erfreuliche Fortschritte vermelden. Somit sollte das Resümee aus unserer Sicht eher gemischt mit einigen Hoffnungsschimmern versetzt ausfallen.
Der Verein hat sich während des vor zwei Jahren eingeleiteten Generationenwechsels deutlich weiterentwickelt und zählte am diesjährigen Ehemaligenfest 874 Mitglieder, rund 7% mehr als im Jahr zuvor. Seither haben sich noch viele weitere Mitglieder angemeldet und damit ist die 900er-Marke nicht mehr weit.
Diese Entwicklung ist auf verschiedene Veränderungen und Aktivitäten zurückzuführen. Erstens haben wir seit April diesen Jahres eine neue Geschäftsführerin, Sylvia Sedelmayr, die uns sehr tatkräftig und kreativ unterstützt, den Kontakt zu den Mitgliedern sucht und vor allem die Mitgliederdatenbank laufend aktualisiert und somit viele bisher vernachlässigte Fehler korrigiert.
Außerdem haben wir natürlich den Nutzen unserer Webseite www.freundeskreis-gaienhofen.de gespürt, die uns eine viel bessere Kommunikation innerhalb des Vereins ermöglicht. Über die Webseite können Adress- und Kontoinformationen direkt und unkompliziert geändert werden und wir haben die Möglichkeit zur Versendung von aktuellen Nachrichten an alle Vereinsmitglieder und Interessierte per eMail-Newsletter. Zusätzlich konnten wir beim diesjährigen Zukunftsforum zum ersten Mal persönliche Benutzerzugänge für den Zugriff auf unser Branchenverzeichnis „Gelben Seiten Online“ an die Oberstufenschüler verteilen. Die Webseite wird von 200 Ehemaligen regelmäßig genutzt und auch viele Schüler machen von unseren Angeboten Gebrauch.
Ein weiterer erfreulicher Trend ist die große Zahl der diesjährigen Abiturienten, die dem Freundes- und Förderkreis beigetreten sindwas hauptsächlich auf drei Veranstaltungen im verangenen Jahr zurückzuführen ist.
Im Dezember hat der Freundes- und Förderkreis zum ersten Mal das traditionelle Internatsweihnachtsessen ausgerichtet, wodurch wir erstens eine harmonische Veranstaltung sicherstellen konnten und zweitens uns, den Verein und die Ehemaligenarbeit bei den Internatsschülern vorstellen konnten. Im März fand das 2jährige Zukunftsforum statt, das diesmal wieder auf sehr positive Resonanz gestoßen ist. Im April haben wir für die gesamte Oberstufe eine Weinprobe veranstaltet, die ebenfalls den Dialog und Kontakt mit den Schülern gefördert hat.
Diese Fortschritte sollen natürlich nicht die vielen Rückschläge im vergangenen Jahr vergessen machen. Deshalb veranstalteten wir am Ehemaligenfest eine Gedenkandacht auf dem Friedhof in Horn, um an unsere verstorbenen Vereinsmitglieder Herbert Schläger, Wolf-Dieter Kleeberg, Lothar Lang, Michael Dahl und Johannes Ertel zu denken. Mit ihnen hat der Verein einige seiner größten Unterstützer verloren.
Auch die Nachricht von den Ermittlungen gegen Herrn Soehlke und seinen plötzlichen Freitod haben den Freundes- und Förderkreis erschüttert. Wir sowie viele Ehemalige konnten nicht nachvollziehen, wie dieser von vielen Schülergenerationen sehr geschätzte und geachtete Lehrer dieses Doppelleben führen konnte und durch die Enthüllungen auch den Ruf der Internatsschule schädigen konnte.
Nachdem der Generationenwechsel im Verein durch die Jahresversammlung am Ehemaligenfest bestätigt und vollzogen wurde, wollen wir uns im kommenden Jahr besonders auf die verstärkte Förderarbeit an der Internatsschule und den Ausbau des Otto-Dix-Stipendiums konzentrieren. Gleichzeitig wollen wir Verwaltungsausgaben wie z.B. Ausgaben für Steuerberater deutlich reduzieren oder ganz eliminieren, um noch tatkräftiger an der Internatsschule investieren zu können.
Einige Ideen dafür gibt es bereits. So planen wir auf Vorschlag unseres Internatsleiters Herrn Vollkammer, eine Videovorführeinrichtung mit Beamer, DVD-Spieler und Surround-Anlage im AD-Saal zu installieren, um die inzwischen kaputte Filmeinrichtung zu ersetzen. Wir erwarten, dass durch die regelmäßige Veranstaltung von Kinoabenden im Internat die Gemeinschaft gefördert wird und das Leben besonders in den Wintermonaten angereichert wird. Außerdem möchten wir die zweite Etappe der Renovation des Ruderkellers mit dem Einbau eines neuen Bodens unterstützen, um den Ruderern eine angemessene Trainingseinrichtung zu bieten.
Für Fragen, Kommentare und Ideen stehen wir Euch natürlich jederzeit gerne zur Verfügung. Unser Ziel ist es im nächsten Jahr die Ehemaligen stärker bei Veranstaltungen des Freundes- und Förderkreis zu involvieren, um den Dialog mit den derzeitigen Schülern, d.h. unserem Nachwuchs, zu verbessern und damit die Bekanntheit sowie die Präsenz des Freundes- und Förderkreis an der Schule weiter zu steigern.
Michael Blank, Patrick Cettier
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Wiedersehensfreude
im Schloss
Alfred Schadt
05. Oktober 2003
Ehemaligenfest am Evangelischen Internatsgymnasium - Wirtschaftsleiterin veraschiedet
von Alfred Schadt, Südkurier 4.10.2003
Gaienhofen (as) Ganz im Zeichen der Ehemaligen stand…
Ehemaligenfest am Evangelischen Internatsgymnasium - Wirtschaftsleiterin veraschiedet
von Alfred Schadt, Südkurier 4.10.2003
Gaienhofen (as) Ganz im Zeichen der Ehemaligen stand das vergangene Wochenende am Evangelischen Internatsgymnasium in Gaienhofen. Der Freundes- und Förderkreis hatte zu seinem traditionellen Ehemaligenfest geladen und über 250 Alt-Gaienhofener waren gekommen um ihre Mitschüler und ehemaligen Lehrer zu sehen und sich über ihre Schule zu informieren.
Die Wiedersehensfreude war spürbar am Freitagabend im altehrwürdigen Schloss. Bei Prosecco und italienischen Spezialitäten schwelgte man in Erinnerungen oder tauschte Neuigkeiten aus, "Weißt du noch? "und "Hast du schon gehört! " war der Grundtenor der ungezwungenen Plaudereien. Michael Blank und Patrick Cettier, Vorstandsmitglieder des Altschülervereins, begrüßten die Gäste und informierten über das umfangreiche Programm des Wochenendes. Dieter Toder, kommissarischer Schulleiter, bedankte sich in seiner Ansprache für die vielfältigen Aktivitäten des mittlerweile über 800 Mitglieder zählenden Vereins.
Bei der Begegnung mit dem Lehrerkollegium am Samstagmittag konnte manch ein Lehrer mit Genugtuung hören, dass seine pädagogischen Bemühungen doch noch späte Früchte getragen haben. Tobias Engelsing, ehemaliger Vorsitzender des Altschülervereins und langjähriges Mitglied des Verwaltungsrats, verabschiedete in diesem Rahmen die Wirtschaftsleiterin Antonia Braun, die in Kürze in den Ruhestand geht. Jahrzehntelang hat Antonia Braun die Küche des Internats geleitet und sich dabei nicht nur um das leibliche Wohl der Schüler gekümmert. "Sie war häufig die bessere Lehrerin", so Engelsing, "sie hat getröstet, wenn notwendig, Ratschläge erteilt, und hatte immer Verständnis für die kleinen und großen Probleme." Den Höhepunkt bildete der Ball am Samstagabend. Bei großem Büffet und Livemusik feierten die Ehemaligen ihr Wiedersehen mit Mitschülern und Lehrern, gleichgültig ob fünf-, zwanzig- oder dreißigjähriges Abitur.
Mit einem von Dekan Fritz, Vorsitzender des Schulausschusses, gestalteten Festgottesdienst mit anschließendem traditionellem Weißwurstessen klang das Fest am Sonntag aus.
Doch dass der Freundes- und Förderkreis kein Nostalgieverein ist, zeigen die zahlreichen Förderprojekte und Aktivitäten.
Neben dem Otto-Dix-Stipendium, das Schüler finanziell unterstützt und somit das Internat ermöglicht, werden eine Reihe von Schüleraktivitäten gefördert, so ein fächerübergreifendes Projekt über die Alpen und ein von Schülern entwickeltes Computerprogramm zur Schul- und Notenverwaltung. Ebenso bietet der Ehemaligenverein in regelmäßigem Abstand ein Forum an, in dem Altschüler ihren Beruf vorstellen und interessierten Jugendlichen Tipps aus eigener Erfahrung geben. Ein weltweites Netz von Ehemaligen steht mit Rat und Tat Gaienhofener Jungabsolventen zur Seite und hilft ihnen bei der Suche nach Praktika oder Unterkunft in der Fremde.
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Ein Christ im Dienst der Schule
Tobias Engelsing
03. Mai 2003
von Tobias Engelsing, Südkurier 3.5.03
Es gibt Menschen, denen ist es nicht vergönnt, die Früchte ihrer großen Arbeit zu ernten…
von Tobias Engelsing, Südkurier 3.5.03
Es gibt Menschen, denen ist es nicht vergönnt, die Früchte ihrer großen Arbeit zu ernten und zu genießen und doch wirkt lange nach, was sie auf den Weg gebracht haben. Der in der Nacht zum 1. Mai überraschend gestorbene Direktor der Evangelischen Internatsschule Schloss Gaienhofen, Lothar Lang (51), war ein besonders profilierter Vertreter einer Schulidee, die dem "erziehenden Unterricht" und der Vermittlung von sozialen Werten verpflichtet ist. Das Verhältnis von Schule und Eltern verstand Lang stets als "Erziehungspartnerschaft", seine pädagogische Arbeit mit Jugendlichen war von strenger Forderung und zuneigender Förderung geprägt.
In den 16 Jahren seiner Tätigkeit, zunächst als stellvertretender Leiter, dann als Direktor, diente Lothar Lang "seiner" Evangelischen Internatsschule Schloss Gaienhofen mit übermächtigem persönlichen Einsatz und unermüdlicher Beharrlichkeit. Am frühen Morgen des ersten Mai ist er ganz plötzlich an den Folgen einer Infektionskrankheit gestorben. Der Verstorbene hinterlässt zwei 17 und 15 Jahre alte Kinder und seine Frau Ilse, die ebenfalls Lehrerin an der Schule ist.
In den vergangenen vier Jahren seiner Leitungstätigkeit vollzog Lothar Lang unter anderem den Übergang der traditionsreichen, 1904 ins Leben gerufenen Internatsschule am Untersee in die neu geschaffene Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche. In den Jahren zuvor hatte er verschiedene grundlegende Schulreformprozesse mitinitiiert und im Alltag des 550 Schülerinnen und Schüler zählenden Internatsgymnasiums in freier Trägerschaft verankert. Er engagierte sich zudem in Leitungsgremien des Evangelischen Schulbunds, in der Bezirkssynode und er war Mitglied des Lions-clubs.
Im Jahr 1987 war der gebürtige Hesse mit seiner Familie an den Bodensee gekommen. Am Gaienhofener Gymnasium übernahm der Lehrer für Mathematik, Physik, Informatik und Religion als stellvertretender Schulleiter auch die Organisation des Unterrichtswesens. Doch Lothar Lang war alles andere als ein buchstabentreuer Apparatschik des Stundenplans.
Seine nüchterne Arbeit an Schulentwicklungsplänen, Unterrichtsmodellen, in täglichen Konflikten oder an pädagogischen Reformen bezog sich immer auf die kritisch reflektierte Frage, wie eine vom christlichen Menschenbild geprägte Werteerziehung aussehen müsse in Zeiten der globalen Entfesslung sozial bindungsloser Marktkräfte.
In seiner letzten Abitursrede im Sommer des vergangenen Jahres fasste dieser tief gläubige Naturwissenschaftler die Summe seines pädagogischen Auftrags in drei Überschriften zusammen: Persönlichkeit statt Profilneurose, Toleranz als Tugend, mit anderen wohlwollende Geduld zu haben und Bildung von Sozialkompetenz statt Teilhabe an der Spaßgesellschaft. In einem leidenschaftlichen Appell ermutigte der Direktor die scheidenden Schüler, Fairness und Hilfsbereitschaft, menschliche Verlässlichkeit und Zivilcourage zu pflegen. "Nicht bloß Wissen und Leistung zählen, wichtiger für uns alle ist, Wertschätzung als Person zu erfahren. Für Menschen, die sich angenommen und anerkannt fühlen, ist Leistung und Erfolg eine Zugabe, die motiviert", umriss Lang damals sein Konzept einer werteverbundenen Gesellschaft.
Es mag die Tragik aller Lehrerbiografien sein, dass die leidenschaftlichen pädagogischen Bemühungen - wenn überhaupt - erst lange Jahre nach der Schulzeit von den einstigen Schülern anerkannt und dankbar bekundet werden. Lothar Lang ist mitten aus einer großen, verantwortungsvollen und deshalb auch sehr belastenden Aufgabe gerissen worden. Die Dankbarkeit seiner Schüler, der Weggefährten und Freunde, erreicht ihn nicht mehr, ist ihm aber gewiss. Tobias Engelsing
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Zukunftsforum am 15.3.2003
Lothar Lang
02. Februar 2003
Alle zwei Jahre treffen sich am Ev. Internatsgymnasium in Gaienhofen die Schüler der Kl. 11 bis 13 zum Zukunftsforum des…
Alle zwei Jahre treffen sich am Ev. Internatsgymnasium in Gaienhofen die Schüler der Kl. 11 bis 13 zum Zukunftsforum des Freundes- und Förderkreises der Schule. In Referaten, Seminaren und Workshops informieren ehemalige Schüler über ihre Berufe, deren Studium und geben ihre persönlichen Erfahrungen weiter.
Aufgrund einer Umfrage waren im Vorfeld die Interessen der Oberstufenschüler ermittelt worden. So kamen insgesamt 18 verschiedene Workshops zustande, zu denen 25 Referenten anreisten. Ob Student oder Professor, Berufsanfänger oder „alter Hase“, jeder brachte seine Erfahrungen ein. Auch das Spektrum der Berufe ließ kaum Wünsche offen: Betriebswirtschaft, Marketing und Bankwesen war ebenso vertreten wie Ingenieurswesen Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt, Film, Eventmanagement und Touristik.
In seinem sehr lebendigen und provozierenden Impulsreferat ging Prof. Dr. Rosche von der FH Konstanz der grundsätzlichen Frage Karriere-Machen und Mensch-Bleiben nach. Er unterschied drei Karrierearten, die berufliche, die privat-familiäre und die menschliche Karriere (Vertrauen, Wertschätzung, Zufriedenheit).
Mensch sein sei ein ständiges Setzen, Wählen und Leben von Polaritäten und bedeutet: Lebenskunst lernen. Der Einsatz von Humankapital und Leistung kann nur integriert in Lebenskunst langfristig Erfüllung bringen.
Wie bei den meisten schulischen Veranstaltungen waren die Erwartungen der Schüler sehr unterschiedlich: einige erwarteten einen „Unterrichtstag in anderer Form“, während andere die endgültige Entscheidungshilfe bei ihrer Berufswahl erhofften. Doch nach diesem ungewöhnlichen Schultag waren alle voll des Lobes. Besonders wurde das lockere Gesprächsklima hervorgehoben, bei dem direkt auf die Fragen eingegangen wurde, „Das Gespräch wurde von den Teilnehmer gelenkt, nicht von den Referenten. Die Studiengänge waren mir bekannt, neu waren die Erfahrungsberichte aus dem Berufsleben“ so ein Schüler nach dem Workshop. Besonders hervorgehoben wurde die „perfekte Organisation“ durch die Ehemaligen Michael Blank (London) und Patrik Cettier (München), unterstützt durch die Planung und Logistik der Internatsschule. Es war eine organisatorische Meisterleistung, die ca. 180 Teilnehmer in je zwei verschiedene „von ihnen gewünschte“ Arbeitsgruppen an einem Vormittag unterzubringen.
Wer nach Eingangsreferat und zwei Arbeitsgruppen am Vormittag noch nicht genug hatte, konnte am Nachmittag das Seminar „Studium und Job im Ausland“ oder „Bewerbungen“ besuchen oder sich in einem persönlichen Einzelgespräch weitere Informationen holen. Aus ihren Auslandsprojekten in Südafrika und in China berichteten Studenten von Prof. Rosche an der FH Konstanz. Diese höchst aktuellen, mit Bildern ergänzten Erfahrungsberichte faszinierten die zahlreichen Teilnehmer und regten zu interkulturellem und internationalem Einsatz an.
Nach soviel Zuspruch und dankbarem Feedback dürfte dem nächsten Zukunftsforum 2005 nichts im Wege stehen.
Lothar Lang
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Eine Neue Ära? - Artikel aus der Brücke
Andreas Naujack, Michael Blank
18. Januar 2003
Eine neue Ära?Letztes Jahr vor die Herausforderung gestellt, die Nachfolge von Michael Veeser und Tobias Engelsing anzutreten, war uns unklar,…
Eine neue Ära?Letztes Jahr vor die Herausforderung gestellt, die Nachfolge von Michael Veeser und Tobias Engelsing anzutreten, war uns unklar, wie wir diese Aufgabe meistern können und jemals die Eloquenz von Tobias oder die Treffsicherheit von Michael erreichen können. Nachdem wir nun die erste Etappe, unser erstes Ehemaligenfest, hinter uns haben, ist uns zumindest klar, dass die Arbeit im Freundes- und Förderkreis eine Menge Spaß macht, vor allem, wenn man ein inzwischen gut eingespieltes Team hat und man in kritischen Situationen auf die alten Hasen zurückgreifen kann.Um den beiden Anerkennung und Dank für ihr bisheriges Engagement auszudrücken und um ihnen natürlich auch Ansporn für weiteres Engagement zu geben, wurden Michael und Tobias von der Jahresversammlung zu Ehrenvorsitzenden – auf Vorschlag von Herrn Schläger, ebenfalls Ehrenvorsitzender – ernannt. Dazu nochmals herzlichen Glückwunsch und unsere ausdrückliche Anerkennung.Während der Jahresversammlung wurden weitere Meilensteine für den Verein gesetzt, vor allem durch die Präsentation der neuen Webseite des Freundeskreises, die über die Schulwebseite www.schloss-gaienhofen.de oder direkt über www.freundeskreis-gaienhofen.de erreichbar ist. Sie wurde von Thomas Blank und Volker Simon, beide Abiturjahrgang 2000, erstellt, und bietet vor allem die „Gelben Seiten online“ als wichtigsten neuen Service an. In die Gelben Seiten können sich nicht nur alle Vereinsmitglieder, sondern alle Ehemaligen, Freunde und Förderer der Schule eintragen lassen. Zugreifen auf das Verzeichnis können wiederum alle Vereinsmitglieder sowie alle derzeitigen Schüler der Internatsschule, die persönliche Informationen und Ansprechpartner zu Studium, Beruf, Ausbildung sowie Städten und Ländern suchen. Wir hoffen, dass die Webseite und die Gelben Seiten im Besonderen häufig genutzt werden, und viele Ehemalige durch einen Eintrag in den Gelben Seiten die Berufsberatungsarbeit unterstützen. Die Gelben Seiten in der klassischen Druckausgabe waren schon jahrelang Teil der Berufsberatungsarbeit an der Internatsschule, die auch weiterhin für den Freundeskreis eine der zentralen Aufgaben sein soll. Im kommenden Frühjahr wird der Freundeskreis wieder das 2jährig stattfindende Zukunftsforum veranstalten, bei dem Ehemalige und Freunde der Schule die Oberstufe im Rahmen von Workshops persönlich über Studium, Ausbildung und Beruf beraten. Generell wollen wir auf diese erfolgreiche Arbeit aufbauen und im nächsten Jahr vor allem das Profil des Ehemaligenvereins an der Schule stärken und uns um die Nachwuchsarbeit kümmern. So wird der Freundeskreis alle Internen im Dezember zum Weihnachtsessen einladen, um die Ehemaligen stärker ins Bewußtsein der Internen zurufen und in das Internatsleben selbst einzubringen. Zusätzlich soll durch die regelmäßige Organisation von Gesprächsrunden mit der SV und interessierten Schülern der Kontakt zur derzeitigen Oberstufe hergestellt und ausgebaut werden, damit wir noch stärker am Puls der Zeit in Gaienhofen sind und wir zusammen mit den Schülern Projekte für die Schule entwickeln und schlussendlich auch fördern können. Einen Schritt zu dieser offensiveren Förderung von Projekten haben wir schon gemacht und am Ehemaligenfest eine Präsentationsrunde veranstaltet, in der sowohl einige von uns schon geförderte Projekte gezeigt wurden, jedoch auch noch zu fördernde Projekte präsentiert wurden. Für die Vereinsmitglieder bestand dadurch die Möglichkeit, die Früchte ihrer Unterstützung des Freundeskreises zu sehen und mit den verantwortlichen Lehrern und beteiligten Schülern ins Gespräch zu kommen, was wir für sehr wichtig halten.Das Ehemaligenfest selbst begann traditionell mit einem Empfang im Schloss am Freitagabend mit Buffet, Sekt und Unterhaltung durch die Schlossmädchen. Das Programm am Samstag war sehr umfangreich, und reichte vom wiederum traditionellen Frühstück über neue Programmpunkte wie dem Empfang mit dem Gesamtkollegium oder der Bodenseerundfahrt für Stifter des Otto-Dix-Stipendiums, bis zu den bekannten Veranstaltungen wie dem Fußballturnier und natürlich der Jahresversammlung des Vereins. Als zusätzliches Highlight lockte Hr. Müller und die Feuerwehr-AG viele Ehemalige nach Gaienhofen zur Feier ihres 30jährigen Jubiläums.Am Abendprogramm hatten wir wie schon im voraus angekündigt einige Änderungen vorgenommen, um den Samstagabend noch mehr als Ehemaligenball erscheinen zu lassen und verschiedenen Problemen aus dem Weg zu gehen. Der Wunsch nach dieser Art von Ehemaligenball haben im vergangenen Jahr viele Ehemalige geäußert, was insbesondere zur Neugestaltung des Komm-Raums geführt hatte.Durchweg war die Stimmung äusserst gut und sehr angenehm, wozu die vielen Gäste, darunter die Abijahrgänge 1982 und 1992, die professionelle Bedienung durch die 11. Klasse, jedoch vor allem die hervorragende Organisation durch Schulleitung und Lehrer und das wie gewohnt exzellente Essen der Küche verantwortlich waren. Auch der Komm-Raum, traditionell die Achillesverse des Ehemaligenfests, hat dieses Jahr unter dem Motto „Nacht-Lounge“ in gemütlicher Atmosphäre viele Ehemalige angezogen. So konnten alle Beteiligten, auch die Organisatoren und inbesondere das Lehrerkollegium und die Schulleitung, das Fest genießen.Wie immer haben wir das Ehemaligenfest nach dem Schulgottestdienst am Sonntag mit dem traditionellen Weißwurstessen abgeschlossen. Dabei sind nach den ersten Eindrücken des Fests schon wieder einige Verbesserungsvorschläge fürs nächste Jahr besprochen worden, so z.B. die stärkere Integration der 12. und 13. Klasse in das Ehemaligenfest, um das Kennenlernen von derzeitigen Schülern und Ehemaligen zu fördern. Wir würden uns über Euere Meinung zu den Aktivitäten des Freundeskreises freuen und sind jederzeit offen und bereit, neue Vorschläge auszuprobieren um den Freundeskreis als eine aktive und eng verbundene Gemeinschaft zu gestalten.Eure Andreas Naujack, Michael Blank